INVICTUS (JAP) – nocturnal visions
Der ungemütliche Dreier aus Nagano haut seinen zweiten Longplayer raus. Das entspannte Klavier im Intro soll nichts Gutes verheißen, und so geschieht es dann auch. Breit macht sich eine brummende Tiefendeathwalze, bestehend aus pumpendem Bass, warmen Kellerriffs, versierten Polterdrums und knusprig dunkeln Growls. In Breaks kommt der Bass immer wieder deutlich raus, das macht schon mal Laune. Es rappelt ordentlich im Karton und die Antennen fahren sich voll aus. Der urige Sound tiefenwalzt in jedem Tempo kontinuierlich unter der Grasnarbe hindurch; im behäbigeren „Lucid Dream Trauma“ bollert das Schlagwerk zunächst etwas überschaubarer, schafft es aber geschickt, das Chaos in der zweiten Hälfte hochzufahren. Wilde Trümmeranfälle wie in „Persecution Madness“ werden abgearbeitet, wie auch geradlinigere Anteile. Noch schneller geht es in „Dragged Beneath The Grave“ voran, allerdings auch etwas straighter. Soli sind rarer gesät. „Wandering Ashdream“ hat mal wieder eins, anderenorts fallen sie auch mal etwas kürzer aus, sehr kurz sogar. Die Doublebass bekommt in den bunten Rhythmiken kaum Boden, findet aber mal in „Frozen Tomb“ etwas mehr Berücksichtigung. In das Finale haben die Nipponkiller mit „Nocturnal Visions“ einen Felsen von acht Minuten aufgestellt, der so geradlinig durchs Midtempo stampft, dass man dabei nicht still sitzenbleiben kann. Die letzten zwei hörbaren Sekunden des Albums haucht ein crashendes Becken dumpf sein Leben aus. Wer sich in der Vergangenheit schon am Sound von Humiliation aus Malaysia ergötzen konnte, der sollte schon mal die Grundlage haben, auch diese neun Tracks abfeiern zu können. Und weil die ja eh ziemlich ideenreich geworden sind, sollte das kein Problem darstellen. Ziemlich geniales Teil so direkt zum Anfang des Jahres, so kann es durch das Jahr weiter gehen!
Wertung: 8,5/10
Autor: Joxe Schaefer
| Label: | MEMENTO MORI |
| VÖ-Datum: | 26.01.2026 |
| Running Time: | 35:21 |
| Format: | CD, Vinyl, Mp3, Tape |
Erhältlich bei:
Idiots Records


