ACID BLOOD – same

Langsam wird es mir echt unheimlich, wie viele Bands es eigentlich in Schweden gibt. Gefühlt schreibe ich mindestens jede zweite Woche ein Review über eine Band aus dem Land von Selbstbaumöbeln und Elchen. Nicht, dass es mich stören würde, ganz im Gegenteil, aber auffallend ist es schon, wie kreativ die dortige Szene ist. Gut, das weiß man nicht erst seit gestern, also wollen wir uns mal auf vorliegenden Output stürzen. Acid Blood aus dem Mittelschwedischen Umeå treiben seit 2016 ihr Unwesen und haben bislang zwei EP’s veröffentlicht. Die Fünf zocken eine Mischung aus Punk, Rock / Rock ‘n’ Roll gewürzt mit einer Portion Thrash Metal. Ja alleine diese Beschreibung hat mich doch sehr neugierig gemacht auf das selbstbetitelte Debüt, welches über das Kieler Underground Label JanML in drei tollen Vinylversionen auf die Welt losgelassen wird.

Vierzehn Tracks sind hier auf rund achtunddreißig Minuten verteilt und den Start macht gleich das Titelstück, was mit einer ordentlich punkigen Motörhead Attitüde da auf einen zustürmt. Wow, was für ein wütendes Gewitter, das soundtechnisch passend dazu ziemlich rau, dreckig und reudig rüberkommt. Fronterin Jojo Anderbygd macht einen geilen Job und keift sich von Song zu Song, die übrigens in bester Punkmanie meistens zwischen zwei und drei Minuten liegen. So sind leider auch schon in Windeseile die ersten drei Songs rum. Die Breaks sind auch sehr kurz gehalten, was dem Hören einen dynamischen Flow verleiht. Acid Blood haben ordentlich Feuer im Arsch und überzeugen mit einer Urkraft an Aggressionspotential, dass es die helle Freude ist. Bin ja nicht so der Punkfan, aber was das Quintett hier zusammengeklöppelt hat, treibt mir doch ein breites Lächeln aufs Gesicht. Herausragend finde ich wirklich die kraftvolle Stimme von Jojo, die immer wieder Akzente setzt mit ihrer Stimmgewalt.

Wer also mal etwas Abwechslung in diesen Tagen braucht, kann hier ruhig zuschlagen. Echt ein tolles Scheibchen, und das nicht nur wegen des blutig, verstörenden Covers.

Wertung: 8/10
Autor: Tino Sternagel-Petersen