INFESTATION, JUSTIFY, INSOMNIAK

Essen, Don’t Panic, 13.03.2026


Endlich ist es soweit, der Kalender zeigt den Tag des dritten Konzertes des Sonitus Inventöres HMFC an. Aber leider flatterte schon eine Hiobsbotschaft rein, bevor wir heute den ersten Schluck Kaffee im Gesicht hatten. Die Thrasher von Victim sagten ab, weil sich ihr Basser ein Tattoo hat nachstechen lassen, wo sich die Haut derart entzündete, dass er ins Krankenhaus sollte. So schlimm war es dann wohl doch nicht, aber bei der Absage blieb es deswegen. So musste schnell Ersatz her, der flugs mit Justify gefunden wurde. Aber dazu unten mehr. Völlig pünktlich und nach Plan lief es mit Insomniak und dem Konzertbeginn. Die Hessen haben grad noch in der Heimat gespielt, und dort ziemlich abgeräumt, so eine kurze Meldung unseres Korrespondenten aus Hesse. Während sich das Don’t Panic noch füllt, thrasht der Dreier schon ohne Gnade los. Die Menge kommt zu den Speedattacken so anhaltend in Bewegung, dass auch langsamere Parts durchgebangt werden. Sehr bemerkenswert auch die sympathischen Ansagen von Bassist und Shouter Chris, wie er das Publikum in den nächsten Song einführt. Natürlich musst auch der „The Neckbreaker“ herhalten, die Menge zu pushen. Einer der geilsten Tracks der Band, den man auf jeden Fall erwarten durfte und noch heißer auf ein Album macht. (Joxe Schaefer)


Nach der Absage von Victim den Fans bloß ein Zweierbilling zu präsentieren, kam nicht in Frage. Allerdings nur wenige Stunden vor Stagetime noch einen Ersatz zu finden, war dann schon eine Aufgabe. Glücklicherweise sagten Justify dann sofort zu und mit der Hilfe aller Beteiligten konnte auch das Drumherum möglich gemacht werden. Zwar haben sie in jüngster Vergangenheit schon häufiger hier auf dieser Bühne gestanden, doch als Ersatz für den Bandausfall standen sie heute sofort Gewehr bei Fuß und konnten den zweiten Slot des Abends ergattern. Der mitveranstaltende HMFC hat die Jungs schon bei ihrem letzten Konzerttag auf dem Billing gehabt, wo sie ordentlich abräumten, so waren die Meldewege kurz. Inzwischen hat der Vierer auch sein Album „Shadows Of Agony“ raus und wirbelt damit ganz schön Staub auf. Der Vierer ist heiß, die Klamotten live zu spielen. So legen sie los wie die Feuerwehr und ihr Zeug wird von der Menge aufgesogen. Ihr Auftritt wirkt tighter als noch beim letzten Mal, und die Zeit vergeht wie im Fluge, denn auf einmal wird mit „Left Behind“ schon das Finale eingeläutet. Nach Rufen nach Zugabe schießen sie noch das Sodom-Cover „Bombenhagel“ nach und den „Blasphemer“. Echt geiler Scheiß und super, dass sie eingesprungen sind. Die Thrasher aus dem Pott haben geliefert und waren mehr als bloß ein Ersatz. Vielen Dank Justify! (Joxe Schaefer)


Vor dem gut aufgeheizten Laden übernehmen Infestation heute die Position des Headliners und sind der Aufgabe auch gewachsen. Nach kurzem Instrumental-Intro geht’s bei optimal gemischtem „Auf die Fresse“-Sound los mit „Auf die Fresse“-Thrash Metal. Das Quartett ist on Fire und soweit gut aufeinander eingespielt. Nach zwei eigenen Songs kommt zur Überraschung aller Anwesenden Ruhrpotturgestein und ex-Sodom Gitarrist Andy Brings auf die Bühne, um mit Infestation die Sodom Klassiker „Silence Is Consent“, den Infestation im Vorfeld mit Andy Brings an der Gitarre als digitale Single veröffentlicht haben, und „Wachturm“ zu zocken. Den Infestation-Jungs merkt man an, wie stolz sie sind, gemeinsam mit Andy auf der Bühne zu stehen und Andy ist auch in Topform. Beim Publikum stehen Sodom-Songs natürlich hoch im Kurs. Im Anschluss an das gelungene Feature folgen noch fünf weitere Songs vom 2023er Album „The Vermin Within“ und die digitale Single „Rapid Fire!“ aus 2025, die trotz des Namens kein Judas Priest Cover ist. Infestation sind der Headlinerrolle gerecht geworden und konnten einem gelungenen Thrash Metal Abend krönen. (Matze Fittkau)

Autoren: Matthias Fittkau, Joxe Schaefer
Pics: Andreas (Project A-B Bild)