MAIDAVALE, SPLINTER
Bochum, Die Trompete, 20.03.2025
Eigentlich hätten wir die Amerikaner von Saint auf dem zwölften Fullmetal Osthessen gesehen, das am vergangenen Wochenende über die Bühne ging, wenn wir dort nicht früher abgereist wären. Es gab aber auch noch die Möglichkeit, die Whitemetaller heute live in Hohenlimburg zu sehen, wo sie von Angelic Force supportet werden. Weil wir aber schon lange nicht mehr in der Bibel geblättert haben, und weil wir im Venom-Shirt dort nur blöd aufgefallen wären, und weil dieses Billing hier und heute in ‚Die Trompete‘ auch nicht von schlechten Eltern ist, begeben wir uns doch einfach mal nach Bochum. Diese Entscheidung sollte sich schon bei den ersten Takten von der Supportband Splinter als interessant herausstellen. Die Mucker legen zur Tagesschauzeit munter los. Ihr Sänger hat sich ganz in Weiß gekleidet und tanzt viel hinter seinem Mikrofonständer zur Mucke, die wir als keyboardlastigen Hammond-Hardrock bezeichnen möchten. Der Vierer kommt ohne Bassist aus und wir vermuten die Herkunft der deutlich zu hörenden Bassspuren von den Pedalen des Tastenmannes. Splinter spielen das erste Mal in Bochum und klingen wie frühe Whitesnake, sind nur etwas schneller und proggiger. Ein Song besticht mit einem längerer Impropart, in dem der Keyboarder auch actionmäßig aufblüht und alles gibt. Er hat sein Holzmöbelinstrument am rechten Bühnenrand aufgebaut, steht also mit seiner linken Seite nah am Publikum. „Warmongers“ kommt zum Schluss. Trotz nicht weniger Rufe nach Zugabe wurde aber leider nix mehr zusätzlich gezockt, und so war nach dreiundvierzig Minuten Ende.
Um Viertel nach neun bekommen wir unsere Gelegenheit abzuchecken, was Maidavale auf die Bretter bringen. Und auf jeden Fall tritt diese Band mit Bass auf, einem Rickenbacker übrigens. Wie im Moment auch beispielsweise Seven Sisters, benennt man sich wieder gerne nach englischen Gegenden, so auch der Hauptact des heutigen Abends. Die sich nach einem Teil der City von Westminster Benannten sind klare Anhänger des Sounds der Siebziger, mit Synthetischem und warmem Fuzz. Die Gitarre bleibt gern sehr leise und tut für pschedelische Wirkungen ihr Übriges. Ein Synthesizer wurde vorn in der Mitte aufgebaut, woran sich Sängerin Matilda bedient, sie wechselt auch mal auf die zweite Gitarre. Sie singt in schnelleren Stücken lauter, wodurch die Schärfe ihrer Stimme besser durchkommt. Dafür bleiben die Ansagen auch sehr leise, die zarte Leadgitarre mit Hall nahezu permanent. Dennoch bleibt es mit kleinen Steigerungen dynamisch und bringt das Publikum in Bewegung. Die Audienz macht mächtig mit, ebenso fällt der Applaus auch mächtig aus. Schließlich kommt das Quartett für die deutlich geforderte Zugabe zurück, aber nach siebenundsechzig Minuten beenden sie ihren Auftritt. Schade an sich, denn auch Erwartetes wie das unbedingte „Be The Fire“ fehlten leider.
Autor & Pics: Joxe Schaefer