SAD IRON, POWERGAME

Stemwede, Jörgs Scheune, 04.05.2019


Hurra, endlich ist es wieder soweit. Vom Heavy Metal Maniacs Heavy Metal Fan Club, heute noch einmal zusammen mit den Metalheads, lädt Mister Jörg, der bekanntlich nicht Uwe heißt, erneut in seine Scheune ein. So einige coole Bands haben wir hier bereits live gesehen. Wir erinnern uns gerne an umjubelte Auftritte von Air Raid, Lizzies, Screamer, Vortex oder Mental Menace. Diesmal sind für Undergrounder wieder zwei Hochkaräter am Start. Die Bielefelder Powergame, benannt nach dem Debüt von Tokyo Blade, haben bereits zwei Alben raus und genügend Material, das Programm von gut einer Stunde zu füllen. Man zockt selbstbewusst durch hochmelodische weil leadbetonte Metalgefilde der alten Schule, wie das zur Zeit in reinmetallischen Kreisen angesagt ist. Bis dahin klappt alles wunderbar und reißt mit, besonders “Puppets On A String“ darf man sich mal merken. Gitarrist und Shouter Mätty (ex-Spectre Dragon) schafft nicht alle Höhen akuratst, die sind aber noch immer besser, als wenn ich das machen würde, haha. Seine Ansagen kommen in englischer Sprache, weil ja viele Maniacs aus Holland hier sind. Viel Licht gibbet hier on Stage nicht gerade, trotzdem geht die Party steil, wie bei ihrem Tempoknaller von Anthem. Die Ostwestfalen bekommen Bewegung in die Scheune und sagen zwar mit “Ghost Town“ den letzten Song an, haben aber noch „Blackout“ von den Scorpions auf Lager, was dazu führt, dass die nach Zugabe rufenden Partygäste noch einen weiteren Song rauskitzeln können.


Schon vor langer, langer Zeit haben sich die Holländer Sad Iron gegründet, waren bis heute aber nicht durchgehend aktiv. Ihr Material erinnert an das London Anfang der Achtziger, da beißt die Maus kein Stahlseil ab. Völlig genial, wie man sich an ihren Knallern „SM“ (heute leider nicht im Set) oder „Living Like A Rat“ gar nicht satt hören kann, zumal die Riffs sägen wie bei Savage auf dem „Loose ‚n‘ Lethal“ Album. Bereits im Vorfeld unterhielten sich im Publikum Gitarristen von Bands, die in den Jahren zuvor hier gespielt haben, wie Kälte sich unangenehm auf das Fingerspiel auswirkt. Bei Ur-Gitarrist Bernard und seinen Mitstreitern aus Hoorn scheint die Gradzahl jedoch ziemlich Mumpe zu sein, denn man tritt im T-Shirt auf und lässt quietschlebendig die Finger über die Saiten fliegen. Ein hoher Bewegungsradius und viel Action der Mucker überträgt sich auf die Audienz und wir sind uns ziemlich sicher, jegliches Zappeln wird durch den Sound verursacht. So gibt es auf hohem Energielevel schön am Stück auf die Fresse, wie man das von Sad Iron auch erwarten darf. Es wird durch die Fans bei Sad Iron zweimal die Bühne geentert, bei “We All Praise The Devil” und zum Schluss bei bereits wichtig erwähntem “Living Like A Rat”. Trotz vehementester Rufe nach Zugabe, inklusive dem Hausherrn Jörg, der sich aus erster Reihe dafür ein Mikrofon von Ständer angelt, ist dann nach dem finalen “Powerthrash” doch Schluss. Auf der Bühne, nicht draußen am Feuer und schon gar nicht an der Theke. Müßig zu erwähnen, dass alle zusammen noch feiern bis es Hell wird …

Autor & Pics: Joxe Schaefer