SCAVENGER – beyond the bells

Anscheinend ist es aktuell Trend, dass sich Bands „etwas ausgedehntere“ Pausen gönnen. So in diesem Fall auch die Belgier aus dem Scavenger Lager. Die Truppe gründete sich bereits 1984 und feierte mit „Battlefields“ 1985 ihr Debüt. So weit, so gut. Wie das Schicksal so spielt, hat sich das damalige Label, Mausoleum Records,  kurz nach Erscheinen des Albums aufgelöst. Ohne deren Unterstützung sahen sich Scavenger gezwungen, ihre Aktivitäten auf Eis zu legen. Wie Phönix aus der Asche rückten die belgischen Heavy Rocker 2018 wieder ins metallische Blickfeld. In neuem Line-up gaben sie sich europaweit auf einigen Festivals und Clubshows die Ehre. Angestachelt durch den widergeborenen Spirit machten sich Scavenger daran, neues Material zu schreiben. 2020 entstand hieraus die 2-Track 7“-Single „Backslider“. Nun steht ihr zweites Album „Beyond The Bells“ kurz vor der Veröffentlichung. Die mit neun Tracks bestückte Scheibe (die CD Version enthält noch 2 Bonustracks der 2020er Single) ist ein gepflegter Mix aus Speed Metal, NWoBHM und 80er Hard Rock. Fans von Acid, Warlock und Judas Priest sollten die neue Scavenger Langrille auf jeden Fall zumindest antesten. Könnt ihr aber auch gleich in die Sammlung stellen, macht man nix verkehrt. Ich persönlich finde es immer schwierig, wenn Bands nach Jahrzehnten meinen, sie müssten wieder was machen. Oft hat es ja einen Grund, warum sich ewig keiner für interessiert hat. Im Fall von Scavenger muss ich das aber revidieren. Was die Band hier auf die Beine stellt, hat Hand und Fuß. 80er Metalmukke wie man sie kennt und liebt. Durchweg solide und wirkt trotzdem nicht altbacken. Mein persönlicher Favorit ist „Defiler“. Schöner Arschtreter mit Tendenz zum Haupthaar schütteln und Bier trinken. Cheers!

Line-up:
Tine Lucifera – Vocals
Tim N. – Guitar / Back. Vocals
Kevin D. – Guitar
Vincent DL. – Bass
Gabriel DS. – Drums

Wertung: 7,5/10
Autor: Hessie James