VIGILANCE, ERAZOR, SPIKER

Essen, Don’t Panic, 30.10.2017


spiker

Ein Metalkonzert in dem punkigen Don‘t Panic in Essen ist nichts Ungewöhnliches mehr, ein Konzert an einem Montag schon eher. Allerdings ist morgen ein Feiertag, dass sich doch so einige Nasen einfinden, hier auf der großen Bühne der Location drei Bands unterschiedlicher Stilarten zu begutachten. Als erstes sind Spiker dran. Viel gehört hat man noch nicht von ihnen und sie sollen hier auch zum ersten Mal auftreten. Ihren Job als Opener erledigt die Ruhrpottband nicht nur für Freunde klassischen Heavy Metals mit Bravour, sondern es kommen beim Uptempo mit melodisch punkigen Vocallines auch recht schnell einige Gäste in punkigen Outfits in Bewegung, und ein paar Banger singen sogar mit. Nach „Ich Will Frei Sein“ und “Saufen In Der Meile“ beenden sie mit dem „Zu Spät“ Cover von Rooster nach dreißig Minuten ihren Auftritt.


erazor

Die Veranstalter des heutigen Abends betreten schon als zweites die Bühne. Der heute Geburtstag Habende Bassmann Fredi, im Shirt von Celtic Frost erkennbar, soll nach seinem Gig auch noch etwas feiern können, so kann er auch der am weitesten angereisten Band den Vortritt lassen, den Slot des Headliners zu füllen. Lang nichts mehr gehört von den Pottjungs; zuletzt haben wir sie auf dem Stormcrusher Festival 2015 live gesehen. Erazor rumpelbollern ohne Rücksicht auf Verluste und auch ohne Facepaintings fett ihr Black-/Thrashzeug runter, dass in den rhythmischen Parts kleine Pits vor der Bühne entstehen. Zu einer verfremdeten, schnelleren Version von Running Wilds “Black Demon“ gesellt sich ein Gastsänger für klarere Vocals dazu und nach dem folgenden „In Her Tower“ verlassen sie unter dem Fiepen einer fetten Rückkopplung die Bühne und kommen trotz Rufen nach Zugabe nicht zurück. Übrigens haben sie das Zeug für einen “Dust Monuments” Nachfolger zusammen, den man nächstes Jahr unters Volk bringen will.


vigilance

Von allen Bands auf diesem Planeten, die sich den Namen Vigilance gaben, sind dies hier die Slowenen mit ihrem aktuellen Drittwerk “Hammer Of Satan’s Vengeance” im Gepäck. Sie sind es, die mit Facepaintings auftreten, was man an sich von der Band zuvor erwartete. Angeblackt und noch mit Speedwurzeln können sie einige Banger überzeugen, zumal sie in melodischen Instrumentalparts wie auf der ersten Maiden klingen. Sonst rumpelt es viel mit Vocals like early Venom. Ihr Shouter mit Linksgitarre und seine Mannen bringen Tracks wie “Storming The Underground” und das Rager Cover “Ritual Of Death” absolut mit Überzeugung. Ein paar technische Probleme werden überbrückt mit bekannten Melodien anderer Bands. Die Drumdefekte häufen sich und nehmen den Fluss raus, doch immerhin hat das Quartett so viel Exotenbonus, dass es keine Pfiffe gibt. In Shirts von Exciter und Nifelheim kann man auch nicht so viel verkehrt machen. Ihr Drummer habe alles zerstört, ist der Bandkommentar dazu. Nur weiß man zum Schluss gar nicht, ob es jetzt das reguläre Setende ist, oder ob man nur aufhört, weil es wieder technische Probleme gibt. Kann bei bloß schlappen vierzig Minuten Spielzeit schon sein. Dennoch verkauft sich ihr Merch nicht schlecht, also haben sie definitiv etwas richtig gemacht. Hoffen wir mal, die Band nächstes Mal ohne Pannen erleben zu dürfen.

Autor & Pics: Joxe Schaefer