IGNOBLETH – manor of primitive anticreation

Wenn man eine angeblackte Deathmetalband gründet, muss man erstmal auf einen Namen wie Ignobleth kommen, und den dann auch noch trotz seines nicht wirklich dazu passenden Klanges verwenden, wie das hier diese Italiener tun. Oder es ist vielleicht genau das, was die Band aus der Masse der Neuveröffentlichungen hervorhebt. An der beeindruckenden musikalischen Darbietung auf „Manor Of Primitive Anticreation“ kann und sollte es jedoch auch liegen, was da nach dem finster abgründigen Intro „Cults Of The Undead And Profane Necrolatry“ aus den Speakern kommt. Hier steigern schon mal Choräle und Groll die Dramatik, obwohl sich „Obelisk Of Deformity“ danach schon als aggressiver werdender Einsteiger zeigt. Der Oberspeedprügler von „Warped Abyssal Architectures“ wird gleich nachgeschossen. Ebenfalls sehr geil die vorantreibenden Rhythmen im gleich nochmal hören wollenden „Forked Tongues“. Leider wird das Gemetzel in „And The Lunar Mess Shatteres“ leiser gefadet, bis es in Synthiegroll ertrinkt. Das kommt so gut nicht, das kurze, synthetische „Interlude: Lecherous Sex Magick“ danach auch nicht wirklich. Zum Glück wischen die beiden Teile von „Proselyte Pig“ etwaig aufkommende Sorgen gleich wieder wenig. Am stärksten werden Ignobleth, wenn sie bei ihren wechselnden Tempi unter tightem Vollgetrümmer im Highspeed fliegen. Möglicherweise kann man dem Ablauf der Songs auch gut folgen, wenn man auf das titelgebende Intermezzo kurz vor Ende verzichtet, zumal der epische Abschlussfelsen von „Among The Seventy-Two Embalmed Ekpyrotic Gods“ wirklich alles kann. Unterm Strich handelt es sich hierbei um ein absolut empfehlenswertes Debütalbum des Dreiers aus Modena, das ohne oben Kritisiertes mehr Punkte eingefahren hätte, und von dem leider noch keine Vinylversion angekündigt wurde. Dennoch, oder wahrscheinlich auch gerade deswegen, beobachten wir mal die Liveankündigungen, vielleicht erreichen sie ja mal die Bühnen in unseren Gegenden.

Wertung: 8,5/10
Autor: Joxe Schaefer

Label:CALIGARI RECORDS
VÖ-Datum:17.04.2026
Running Time:44:13
Format:CD, Mp3, Tape

Erhältlich bei:
Idiots Records