WASTED MANIACS, FINAL FORTUNE, STØLEN, HELLBITER

Essen, Cafe Nord, 17.04.2026


Das Cafe Nord ist weniger als Konzertlocation bekannt, zeigt sich heute jedoch mal ganz anders eingerichtet, so ganz ohne Tische im hinteren Bereich. Hinter den Speakern und Mikrofonständern soll es gleich abgehen. Ein Hauptgrund unserer heutigen Anreise bei diesen vielen Parallelveranstaltungen, sind ganz klar Hellbiter. Die Newcomer aus dem Kreis Lippe bestehen aus Mitgliedern der aufgelösten Cobrakill und legen einen zügigen Start hin. Ein Gitarrist des Fünfers trägt ein Ferrari Shirt; auffällig auch die Shorts vom Sänger, der weit hinten vor dem Drumkit steht. „Play It Loud“ folgt als zweites, und danach schon ein Midtempostampfer, „Midnight Anesthesia“. Irgendwie sind nur Mädels in der ersten Reihe zu beobachten, die den spätachtziger Metal abfeiern, den Speedpart in „Dead And Gone“ und die Ballade „Demon Reaper“. Da fällt das leichte Verzocken zu „Cold Bitch“ gar nicht auf. Zum Schluss spielen sie „Killers“ von Iron Maiden, und auf einmal ist noch mal voll was los im Stall. So schnell vergehen siebenunddreißig Minuten. Super Dingen, wir erwarten ein Album!


Jetzt spielen Final Fortune im Soundcheck schon mal „Balls To The Wall“ und andere diverse Hits an, das macht zugegebenermaßen schon Bock auf den Auftritt. Auch diese Jungs haben wir schon einmal live gesehen, unter anderem auch auf dem Der Detze Rockt Festival. Stilistisch kann man die Jungs mit Backslash und Konsorten in eine Schublade stecken, damit dürfte deren Zielgruppe nicht enttäuscht werden. Viel Platz zum Performen gibt es hier nicht, doch das Quintett fängt bei „Learn To Fly“ auf einmal an, gemeinsam zu hüpfen. Und das auf der kleinen Bühne. Der Ohrwurm von „Power Of The Lightning“ bringt Bewegung in die ersten Reihen, und der im Publikum zu Gast befindliche Evil Invaders Sänger kommt auf die Bühne, um dem Basser das Mikro einzustellen, der im pfeilschnellen „Never Surrender“ grad selbst keine Hand frei hatte. So einen Prominenten Roadie bekommt man nicht alle Tage. Im Finale recken sie noch einmal alle Hälse hoch und nach dreiundvierzig Minuten ist Schluss. Amtliche Sache!


Jetzt mal sehen, wie die viel schmutzigen Poserrocker von Stølen ihr Zeug live umsetzen. Der europäisch zusammengewürfelte Vierer muss heute wegen einer Handverletzung auf den Drummer verzichten, dafür springt mal eben Fabio von Justify ein. Sehr netter Zug von ihm. Was der Mann drauf hat, durften wir bereits mit seiner Hauptband Justify erleben. Stølen kommen live noch rotziger rüber, was in erster Linie an der roughen Shouterin Kat liegt, die etwas wie Nina C Alice von Skew Siskin klingt. Mit ihrem Mikrofonständer hat sie schnell alle Posen durch, hält sich mit den Ansagen jedoch sehr zurück. Das markante „Streetfight“ vom selbstbetitelten Debütalbum haben wir aber noch so erkannt. Erst zum letzten Song nach „To The Grave“ bringt sie die erste Ansage, dass der final gespielte, letzte Track „Hexenjagd“ heißen wird und auf dem neuen Album erscheinen soll.


Und last but not least performen die Wasted Maniacs ihren Auftritt. Die Headlinerposition bekleidend ist der Dreier gekommen, Ärsche zu treten. Und Spaß haben sie dabei, wie schon die neongelben Saiten auf dem Bass für einen gewissen Fun-Faktor hindeuten. Vielleicht auch keine schlechte Idee, denn dann sieht man noch was, falls mal der Stom ausfällt, haha. Die Menge hat auch Bock, wie die gut funktionierenden Oho- Chöre beweisen. Zwar dünnt das Publikum jetzt nach Mitternacht etwas aus, und das ausgerechnet bei „Downtown Sally“. Leider wurde die Songliste etwas gekürzt, weil man langsam zum Ende kommen musste, jedoch wurde mal wieder „Essen City Rocks“ gespielt. Um kurz vor halb eins war dann Schicht im Schacht. Okay, nächstes Mal dann hoffentlich wieder länger mit voller Setlist, aber dreiundfünfzig Minuten waren an sich auch nicht zu knapp.

Autor & Pics: Joxe Schaefer