BEWITCHED – diabolical death mass
Das Subgenre des Black Thrash gehört seit geraumer Zeit vermutlich zu denen, in dem sich heutzutage die meisten Underground-Bands tummeln, um mal mehr, mal weniger erfolgreich dem Sound alter Helden wie Venom oder auch Sodom, Destruction und Konsorten (in ihren Frühphasen) zu frönen. Mitte der Neunziger Jahre sah das noch ganz anders aus. Wer sich hier räudigen, schwarzen Thrash alter Schule reinziehen wollte, konnte wirklich fast nur auf die Urväter zugreifen. 1996 kamen kurz nach den Koblenzern Desaster dann aber die Schweden Bewitched ins Spiel. Zunächst wirkten sie eher wie ein Projekt der Musiker Blackheim (damals noch bei Katatonia & Diabolical Masquerade aktiv), Vargher (Ancient Wisdom) und Wrathyr (Naglfar). Konstante Releases und Tour-Aktivitäten etablierten sie aber schnell als „echte“ Band. Persönlich habe ich die Jungs damals ziemlich abgefeiert, und die ersten beiden Alben zähle ich auch heute noch zum Besten, das der Black Thrash je hervorgebracht hat.
Kehren wir zurück in die Gegenwart: 30 Jahre nach dem Debüt, und 20 Jahre nach dem letzten (und eher unspektakulären) Album kehren Bewitched mit „Diabolical Death Mass“ zurück. Vargher und Wrathyr sind weiterhin an Bord, und auch der Rest der Mannschaft („Hellfire“ und „Zoid“) gehört schon länger zum Line-up. Musikalisch ist sich die Truppe absolut treu geblieben, und sehr zu meiner Freude knüpft die neue Scheibe stilistisch tatsächlich am ehesten an die beiden ersten Alben an. Es gibt dementsprechend meist schnellen, schön diabolischen und wilden Thrash mit teils punkigem oder auch mal rock ’n` rolligem Riffing, der trotz seiner Ungestümtheit dem geneigten Hörer einen präzisen Scheitel zieht. Man merkt auf jeden Fall, dass die Herren an ihren Instrumenten mehr drauf haben, als viele ihrer Genre-Kollegen. Jeden Song einzeln zu beschreiben, macht hier wenig Sinn, da die Scheibe wie aus einem Guss kommt, ohne aber langweilig oder eintönig zu sein.
Der Opener (nach dem Intro) & Titelsong gibt die Marschrichtung vor und erinnert zu Beginn mit seinem Metal-Punk-Riff an „Blood On The Altar“, den Opener des grandiosen Zweitwerkes „Pentagram Prayer“. Auch der messerscharfe Rausschmeißer „Enforcer Of Evil“ sollte noch positiv erwähnt werden. Wer hier durchgehend mitbangen will, sollte über eine starke Nackenmuskulatur verfügen. Aufgefallen ist mir noch „(Fear The) Revenge Of The Ripper“. Offenbar existiert eine Art „Ripper-Trilogie“ aus den Stücken „Blade Of The Ripper“ vom 1996er Debüt-Album und „The Ripper’s Return“ vom 2002er Album „Rise Of The Antichrist“, denn es gibt eine Passage, die in diesen drei Songs sowohl vom Text, als auch vom Riffing gleich ist. Auf jeden Fall ein witziges Gimmick.
Mein Fazit: Trotz vielfacher Konkurrenz sollten Bewitched auch anno 2026 jeden überzeugten Nietenarmband-, Patronengurt-, Pentagramm- und Kuttenträger überzeugen, denn viel geiler und energiegeladener kann man Black Thrash eigentlich kaum verzapfen! Horns up & Welcome back!
Wertung: 8,5/10
Autor: Felix Schallenkamp
| Label: | OSMOSE PRODUCTIONS |
| VÖ-Datum: | 24.04.2026 |
| Running Time: | 34:13 |
| Format: | CD, Vinyl, Mp3, Tape |
Erhältlich bei:
Idiots Records


