FORSAKEN – pentateuch

Ein hymnischer Beginn markiert einen majestätischer Einlauf. Nach acht albumlosen Jahren, der Vorgänger „After The Fall“ stammt noch aus dem Jahr 2009, bereiten sich Forsaken einen beachtenswerten Empfang, und wir nehmen es gleich vorweg, sie tun das mit Recht! So wirklich weg vom Fenster waren sie in der Zwischenzeit nicht, sondern ganz schön in ihrer Szene aktiv. Basser Albert veranstaltet das jährliche Malta Doom Metal Festival und schritt mit seinen Sacro Sanctus und der Band Nomad Son voran, und Shouter Leo ist inzwischen mit seinen Vocals für Gastauftritte sehr gefragt. Sogar bei den britischen Dinos von Pagan Altar für finale Auftritte. Beide sind auch bei den lokalen Allstars von den Malta-Dio-Disciples aktiv, die man mal gehört haben sollte. Nun hört sich „Pentateuch“ so an, als hätte man Forsaken nie ganz ruhen lassen, denn die Malteser rocken so ergreifend urig wie selten zuvor. In der altschuligen und bestimmt transparenten Produktion wurde der knochige Bass sehr gut hörbar in Szene gesetzt, ohne ihm gleich Dominanzen zusprechen zu müssen, ist für das solide Fundament aber unersetzlich. Forsaken erreichen ihre Doomattitüde durch Feeling und Basslast von unten, weniger durch Schlepptempi. Leo ist als flexibler Sänger bekannt, punktet hier mit der Leichtigkeit seiner tieferen Stimme, die mit Hall versehen noch aggressiver als gewohnt kommt. Die Inselstaatler können auch auf Album Nummer fünf schwer zugänglich wirken, machen das aber wesentlich kontrollierter. Eingängige Ideen hatten sie ja schon immer, die wirken heuer aber viel runder und erhalten ein gesunderes Maß Sperrigkeit. Auf die Gitarre in der Viertelstunde von „Apocryphal Winds“ möchte man nämlich gar nicht verzichten, wie sie sich querend einbringt. Die Soli sind eh alle erste Sahne, man höre mal das im erdigen „Serpent Bride“. Erwähnt werden sollte noch das erzählende „The Dove And The Raven“, ein Albumhighlight. Undergroundsound wird immer gern genommen, nur erwartet man bei Forsaken inzwischen mehr, das ist auch schon der einzige Kritikpunkt. Ihr ausgereiftestes Album bislang. Herzlich Willkommen liebe Epicdoomer!

Wertung: 8/10
Autor: Joxe Schaefer