KNIFE, WARRANT, TASKFORCE TOXICATOR
Essen, Don’t Panic, 28.03.2026
Weil die Konzerte von Knife, denen wir in der jüngeren Vergangenheit beiwohnen durften, immer sehr kurzweilig und knackig waren, sind wir natürlich heute am Start. Mit auf Tour haben sie die Nachwuchsthrasher von Taskforce Toxicator, die gleich einen zügigen Start hinlegen. Zuletzt gesehen haben wir den Fünfer auf dem Thrash Speed Burn in Oberhausen, wo sie schon Eindruck hinterlassen haben. Diesmal lief zuvor aus dem Back „Twilight Zone“ von Golden Earring, aber die Thrasher aus dem Raum Münster sind es, welche die Anwesenden zu ersten Zappeleien bewegen können. Man kann sagen, es ist sofort gut was los, das Publikum taut schnell auf. Für die Rhythmusgebung ist übrigens Drummer Sascha von Scanner eingesprungen, für gestern in Oldenburg und heute noch einmal in Essen. Shouter Fabian teilt grad noch stolz mit, auf der Speed Tour mit Warrant und Knife dabei sein zu dürfen und in der Thrashhochburg Essen zu spielen, wirft dann aber mit seinen Mitstreitern aufblasbare Luftschwerte ins Publikum, analog zum aktuellen Albumtitel „Laser Samurai“. Musikalisch bleibt der Schuster jedoch bei seinen Leisten und beeindruckt mindestens wie in Oberhausen, wenn man das bei der nicht zu langen Spielzeit sagen kann. Denn um zwanzig nach acht ist schon alles plötzlich vorbei, die siebenundzwanzig Minuten sind in der Tat wirklich sehr schnell umgegangen.
Auf der Bühne wird die Handsirene angekurbelt. Warrant sind gut gelaunt und munter unterwegs, haben wir schon zur Band zuvor feststellen können, wie wir sie in der Audienz angetroffen haben. Der runderneuerte Vierer um Bassist und Shouter Jörg ist seit Anfang der Achtziger unterwegs und vermischt inzwischen locker viel altes und neues Songmaterial, sowie ihrem aktuellen Album „The Speed Of Metal“. Damit bringen sie den Laden Bewegung, denn es wird gut gezappelt und es fliegen Haare in der Menge. Irgendwie wird heute viel von der Abyss-Party gesprochen, die hier im Don’t Panic stattfindet, da steht uns wohl am 09. Mai einiges bevor. Uns jetzt grad hier im Pulk auch, denn der „Betrayer“ vom ersten Album wird angesagt, unser Songfavorit der Band. Bekommt auch ordentlich Applaus das Teil. Aber wie der aufmerksame Besucher von Warrant-Shows weiß, kommt noch einer, nämlich direkt nach der Frage: „Wollt ihr den Enforcer sehen?“ Zu dem Song entert der maskierte Axtschwinger die Bühne für ein paar optisch untermalende Faxen. Und das war es dann auch nach satten vierundfünfzig Minuten.
Ganz klare Kiste sind Knife derzeit der heißeste Scheiß, wenn es um deftigeren Metal mit Oberarschtrittfaktor geht. Das hat sich längst bis über die Landesgrenzen herumgesprochen, zumal einige Schweizer regelmäßig mehrere hundert Kilometer auf sich nehmen, um ihre Helden live zu sehen. Hier und heute im Don’t Panic kann man der Menge auch sehr gut anmerken, dass sie Bock hat. Shouter Vince Nihil ist inzwischen noch unter anderem mit Drummer Husky, Gitarrist Holger von Abandoned und ex-Sacred Steel Basser Patrick bei Distant Thunder aktiv. Das sollte was werden, zumal er ja auch dafür bekannt ist, alles in Grund und Boden zu brüllen, wie zuletzt mit Knife live im MuK in Gießen. Heute performt er mal chic im Manowar-Shirt, welches nur noch vom „Wheels Of Steel“ Motiv auf dem Shirt von Basser Phillip getoppt wird. Selbstredend feuern sie ihre Songs, auch die vom aktuellen Album „Heaven Into Dust“, breitbeinig und angriffslustig in die Menge, und ehe wir uns versehen, ist das Quartett mit „Sword Looser“, „K.N.I.F.E.“ und „White Witch/Black Death“ schon fast durch mit seinem Programm. Nun ja, die Messe ist nach fast neunzig Minuten gelesen. Ohne Frage hätten wir noch mehr davon vertragen können, da empfindet man jeden Schluss als zu früh. Morgen hält der Tourtross in Kassel, und da will man wieder fit abreißen!
Autor Joxe Schaefer
Pics: Stahli (baalphemor.de)

