RITUAL MASS – cascading misery
Schlicht und dunkel sieht das Coverartwork des ersten Albums von Ritual Mass aus Pittsburgh aus. Eine tiefe Synthwand stellt sich auf, bevor die abgründigen Mollriffs einsetzen. Das klingt zunächst ziemlich nach Black Metal, spricht aber im weiteren Verlauf der sechs Tracks mehr die Freunde des urwüchsigen Death Metals an. Hier werden sechsmal ausgiebig Aussichtslosigkeit und Seelenschmerz vertont, die beim Hörer weder Hoffnung, geschweige denn Sonnenschein hervorrufen. Grottig und nach unten gebogen auch das Solo in „Looming Shapeless Entity“, ebenso wollen die Trümmerdrums alles noch existente Wohlsein niedertrampeln. Tiefe Leads und die Growls besitzen infernalischen Hall, wie in einem kurzen Part von „Frozen Marrow“ mal der röhrig nagelnde Bass deutlicher zum Vorschein kommt. Es ist noch nicht alles gesagt, bis die abschließenden vierzehn Minuten von „Disquiet“ inklusive epischem und leisen, aber keinesfalls unbedrohlichem Mittelpart, das Album zu Grabe tragen. Sehr coole Platte der Einheit aus Pennsylvania, sehr intensiv, nachvollziehbar und durchdacht, aber sicher nicht bei jeder Gelegenheit genießbar.
Wertung: 8,5/10
Autor: Joxe Schaefer
Erhältlich bei:
Idiots Records