KARDEATHIAN
Dortmund, Subrosa, 23.01.2026
In Megadoomfelsen werden im Allgemeinen eh weniger Vocals erwartet, da kann man sie auch gleich weglassen. So oder so ähnlich müsste sich das Trio von Kardeathian entschieden haben, nur auf Gitarre, Bass und Drums zu bauen. Und gebaut und gebildet wird hier massiv einiges.
Legt das eingespielte Intro von Beethovens Fünfter etwa die Messlatte hoch? Als das fette Schraddelriff in einer Tonlage vom Opener „Birth“ ertönt, denkt darüber jedenfalls niemand mehr nach. Hätte man an sich aber, schließlich geht der Song locker über zehn Minuten, soll es aber wohl nicht auf das in Kürze erscheinene Debütalbum geschafft haben. Der letzte Ton eines so ziemlich jeden Songs wird die Pause durch gehalten, während die Gitarre gestimmt wird. Ohne Ansage geht es weiter in „Garden“ mit dem nächsten gestonerten Vollfettriff. Der Laden ist gerappelt voll, so wie das sein muss. Die Menge steht dicht vor der Stage und groovt sich gemeinsam mitnickend ein. Dann folgt vor dem dritten Track „Six“ mal eine Ansage von Gitarrist Uwe, dessen Name ihm öfter zugerufen wird. Doch Geburtstag hat Drummer David, dem die Audienz ein Ständchen bringt. Kardeathian spielen zwar das erste Mal in Dortmund, doch es sind schon ein paar echte Fans unter den Anwesenden, welche die Band schon einige Male live gesehen haben. Getreu dem Motto, Gitarristen stimmen immer, Gitarren nie, überprüft Uwe noch einmal die korrekte Stringstraffheit, während Basser Moh mit den ersten Reihen anstößt. Der vierte Track „Sleep“ geht mit etwas markanteren Leads in die Vollen, ohne damit zu übertreiben natürlich, bloß ne Oktave höher. Die Drumsticks ticken mal für einen Part auf den Snarerand. Ganz schön filigran, wie sich die Wiederholungen zwischen den Takten in Nuancen verändern. Mit so einem Mondoberflächenriff von „Wal Der Tyr Ahn“, das auch gut von Kyuss hätte stammen können, beginnt mal ein bloß sechsminütiger Song. Danach tauscht Uwe die Gitarre gegen eine Bierpulle und bedankt sich beim Publikum, doch das war noch nicht alles. Denn der Dreier haut noch eine Songpremiere raus, die überraschend mal mit dem Bass beginnt, und allein schon von seiner Länge von zwölf Minuten her ins Programm passt, aber noch keinen Titel hat.
Nach insgesamt zweiundsiebzig fuzzigen Minuten wird es wieder etwas stiller im Subrosa und im Anschluss des obligatorischen Abschlussfotos mit Band vor Crowd hören wir noch ziemlich deutlich Rufe nach Zugabe, aber es muss so kurz vor 22:00 Uhr leider vorbei sein. Sehr coole Vorstellung. Wir sind gespannt auf das Album, sowie auf den nächsten Gig. Der soll wieder in Dortmund sein, nämlich am 21. Februar in der Hirsch-Q.
Autor & Pics: Joxe Schaefer

