KARDEATHIAN – same
Licht aus, Spot an! Endlich ist sie da, die erste Scheibe der Groovemonster aus Dortmund. Vier Tracks sind drauf und zwei davon schleppen sich schön über die imaginäre Grenze von zehn Minuten. Wer die Band schon mal live gesehen hat, der weiß, der Dreier hat noch mehr Monumente von Songs auf der Kimme, doch so eine Kapazität einer Platte ist begrenzt. Rechnen wir also für die Zukunft mal damit, dass da auf jeden Fall noch was kommt. Gearbeitet wird ganz einfach auf Basis von Gitarre, Bass, Drums und fertig. Auf irgendwelchen Gesang wird weiterhin verzichtet, das hat sich in der Band so entwickelt. Daher liegen Vergleiche zu anderen Doom- und Stonervereinigungen nicht gleich auf dem Tisch.
Vermisst man auch gar nicht, denn schon der Scheibeneröffner „Garden“ verbindet munter zahlreiche Ideen, die sich zu einem lebendigen Gesamtbild fügen. So auch im vielsagenden „Wal Der Tyr Ahn“, den wir noch aus ihren Konzerten kennen und der auch hier einen schlanken Schuh macht. Im bevorzugen Midtempo wird durch die Beats von Schlagzeuger Moh, die mit ihren Vibe der Nineties noch als die frischeste Zutat zum urtümlicheren Saitengemenge genannt werden dürfen, viel für muntere Ausrichtungen ausgemacht. So schnell wie im Dreiminüter, der paradoxerweise „Six“ titelt, kommt man hier auf dem Album nicht auf den Punkt. Doch der Song hat alles und klingt zufrieden aus. Im Finale wirken die zwölf Minuten von „Sleep“, in dem sich ein hoffnungsvolles Riff breitbeinig aufbaut. Noch so ein grandioser Fels von Song, der wahrscheinlich durch seine ausgewogeneren Riffings noch der am ruhigsten anmutende Track auf diesem Debütalbum sein könnte.
Eine Entdeckungsreise von fünfunddreißig Minuten für Tiefenschürfer ohne bösere Ambitionen, denn trotz Anlehnung an traditionellere Ausrichtungen färbt es nicht negativ oder nebelt verschwommen, sondern wirkt so frisch, dass man öfters damit abtauchen will. So ein Werk besorgt man sich natürlich im Vinylformat. Das Teil wiegt fett 180 Gramm und ist erstmal auf dreihundert Exemplare limitiert. Bei Worst Bassist Records erscheint es noch auf CD und digital.
Wertung: 8,5/10
Autor: Joxe Schaefer
| Label: | WORST BASSIST RECORDS |
| VÖ-Datum: | 27.08.2026 |
| Running Time: | 35:30 |
| Format: | CD, Vinyl, Mp3 |
Erhältlich bei:
Idiots Records


