POSEYDON – time is a river and the waters are red

Zwar liefern die Belgier schon ihr drittes Album ab, jedoch steigen wir trotzdem gleich einmal mit dem Warnhinweis ein, dass sich Freunde von deathigem Thrash bitte nicht von dem Bandnamen abschrecken lassen sollten. Letztendlich wird bereits schon im Opener „Storm“ jedem schnell klar, dass diese Poseydon die fette Schwarte fahren, fröhlicher Ponyhof Powermetal ist so unerreichbar weit entfernt, wie der wismarer Buckelwal vom Atlantik. Sogar auch dann noch, wenn supersticky Synthies den Siebenminüter „Thief Of Dreams“ einläuten, und darin noch stellenweise die Hintergründe füllen. Hätten wir definitiv auch drauf verzichten können, zumal dieses Monument von Songfelsen allein schon alles kann. Kräftig unclean geshoutet werden die Vocals von Tom, dem man jedes Wort abnimmt. Die Macht der beiden Gitarren erlaubt es, dass sich locker eingebogene Leads und Soli auf das Fundament des Riffs etwas aufbauen können. Alle Songs können wiedererkannt werden und als Anspieltipp müssen alle acht genannt werden. Die sind nämlich ohne Schnörkel und Geschwurbel, holen dich ab und kommen sonst ohne überflüssiges Intro, Outro, Intermezzi und Einspieler aus. Das bedeutet schon mal, von der achtunddreißigminütigen Nettolaufzeit muss nichts abgezogen werden. Zum Schluss sei dem Quintett aus Ostflandern ein oberanständiges Werk attestiert, das allein schon vom Titel „Time Is A River And The Waters Are Red“ alle Daumen hoch bekommt. Wie sich der Finalsong „Ancestral Rites“ aufbäumt, sollten jetzt auch die letzten Zweifler das Teil schon mal auf CD einsacken, bis es hoffentlich bald auf Vinyl erscheint.

Wertung: 8,5/10
Autor: Joxe Schaefer

Label:NECKTWISTER
VÖ-Datum:24.04.2026
Running Time:38:38
Format:CD

Erhältlich bei:
Idiots Records