RAVEN
Essen, Don’t Panic, 06.09.2026
Die Informationen darüber, ob die drei Briten heute nun spielen, oder doch nicht, konnte man noch bis kurz vor Beginn der Veranstaltung im Netz kaum verpassen. Da wurde so einiges gepostet; die Briten haben eben halt sehr treue Fans. So kommen dann doch gut einhundert Besucher vorne im großen Don’t Panic zusammen, sehr viele davon in Kutte. Also wurden es zusätzlich zu denen, die eh an diesem entspannten Wochentag den Arsch hochgekriegt haben, noch ein paar mehr. Beste Voraussetzungen an diesem sonnigen, sonntäglichen Frühabend, und es wird ohne Supportband gestartet. Nach dem ellenlangen, wirren Intro zum eröffnenden Doppel „Can‘t Take Away The Fire“ und „Hell Patrol“ haben die beiden Frontbrüder schon vor dem ersten Gesang drei Mal die Seite gewechselt. Im halbvollen Laden wird nicht zu dicht gestanden, da hat man Raum im Pulk für ordentlich Gebange. John stellt Mike an den Drums zu „Surf The Tsunami“ vor und wechselt auf seinen weißen Flying V Bass, während Mark seine Telecaster gegen eine rote Flying V tauscht. Wir bekommen in „Rock Until Xou Drop“ einen langen Mitsingpart, und anschließend ein irres Gitarrensolo, welches er wieder mit seiner Telecaster spielt und das auch üppig ausfällt.
Nach dem neuen Stück „Pick Your Window“ switcht John für „For The Future“ mit anschließendem Bass Solo, in dem er alle erzeugbaren, möglichen und unmöglichen Geräusche mit einbaut und auch etwas von „The Rain Song“ von Led Zeppelin, wieder auf seinen roten Bass um. „On And On“ endet mit laaaanger Rückkopplung, zu der deutlich applaudiert wird. Ein Medley aus so einigen Klassikern, wie einem verspeedeten „Rock Bottom“ von Ufo, einer sehr arg verkürzten Strophe von „Victim Of Changes“ von Judas Priest, einem geschossenen „Breadfan“ von Budgie‚ einem verthrashten Start von Black Sabbaths „Children Of The Grave“, wird noch ein flinkes „Chainsaw“ vom zweiten Album „Wiped Out“ hinterher geballert. Damit ist der Dreier auf fast neunzig Minuten Spielzeit gekommen, die wie im Flug verging. Etwas Besseres, als diesen siebenundachtzig Minuten beizuwohnen, konnte der Oldschooler an diesem Sonntag im Pott nicht unternehmen. Und weil es noch gar nicht so spät geworden ist, fällt ein Meet and Greet am Merchtisch nicht zu knapp aus.
Autor & Pics: Joxe Schaefer

