COPROLITH – putrescence
Wer von dieser bedrohlich klingenden Tiefeneinheit aus Toronto bislang noch nichts gehört hat, bekommt es gerade mit dem Debütalbum zu tun. Vorausgegangen war vor drei Jahren nur ein Demo. Der Opener nennt sich „Sentenced To The Grave“ und beinhaltet vorweg ein grolliges Intro wie aus einem Horrorfilm. Aus den untersten Katakomben dringt dunkles Saitengeschrubbe, aber mit ungeahnt samtweichen Oberflächen. Von fiesen Growls gibt es nicht zu viele, aber die hallen schön von weiter unten hervor. Das macht den geschmackssicheren Undergrounder glücklich, sogar an einem Montagmorgen. Am urigsten kommt der kanadische Fünfer mit zwei Gitarren immer dann, wenn sich die tonnenschweren Riffs zu walzenden Doppelfußteppichen durch die Erdkruste bohren. Geschickte Temposchübe werden mit eingebaut, wie durch einen Drumschlag weniger oder mehr das Tempo variiert wird. Hier wird sich über die gesamte Spielzeit um das Wesentliche gekümmert und nicht wertvolle Zeit mit Einspielern oder Intermezzi verplempert. Immer schön auf die Omme; Ponyhof geht glücklicherweise völlig anders. Sollten nach den sechs Einheiten wider Erwarten tatsächlich noch immer Zweifel bestehen, kann ein Blick auf das treffsichere Coverartwork Abhilfe schaffen und die schnelle Entscheidung herbeiführen, dass die Vinylausgabe ins Haus muss. Das Teil ist jedenfalls in allen Formaten erhältlich.
Wertung: 8,5/10
Autor: Joxe Schaefer
| Label: | ME SACO UN OJO / ROTTED LIFE |
| VÖ-Datum: | 03.07.2026 |
| Running Time: | 34:07 |
| Format: | CD, Vinyl, Mp3, Tape |
Erhältlich bei:
Idiots Records


