DESOLUS – dwellers of the twilight void
Die vier Oldschooler von Desolus meinen es ernst, auch wenn ihr zweites Album mit einem Keyboard vom Dachboden losklimpert und uns eine stickige Klamottenkistenmelodie spielt. Doch das oberspeedy Kratzriff des Titeltracks killt danach jeden Verdacht auf Muff. Dazu verweigert eine einfachere Produktion jeglichen Bombast und Glattschliff, ohne dass der Druck in einer Blechtonne erstickt. Ihr Debütalbum „System Shock“ ist erst zwei Jahre alt, da kann man sich noch gut an die Gangart der Black Thrasher erinnern. Es regieren Tempowechsel und geraunzte Destruction-Vocals mit hellen Screams. Drummer Travis prügelt noch bei Pig Destroyer und ist Live-Member bei Cavalera Conspiracy. Das pfeilschnelle „The Pact (Sealed In Blood)“ setzt Ausrufezeichen, auch cool mit dem relaxten Solo zum Schluss, das uns durch den Fade-out geleitet. Markant auch das Riff von „Threading The Atom“, das in den langsameren Parts angenehm an ein leicht gebremsteres „The American Way“ von Sacred Reich erinnert. Offensichtlich weiß das Quartett, wie man Oldschool Thrash schreibt. Fast schon hymnisch der melodiöse Leadstart von „Visages Of Death“, bevor die kalte Macht des Hochgeschwindigkeits Black Metals übernimmt. Die Jungs aus Wahington D.C. wirbeln Staub auf. Das wird nicht sehr lange dauern, bis die Zielgruppe feststellt, diese zehn metallischeren Blackthrash-Tracks gehören auf jeden Fall in die Sammlung. Am besten auf Vinyl natürlich. Die vier Kutten von Desolus gehen passenderweise in den Staaten auf Tour mit Hirax und Savage Master.
Wertung: 8,5/10
Autor: Joxe Schaefer
| Label: | HELLS HEADBANGERS |
| VÖ-Datum: | 15.05.2026 |
| Running Time: | 35:57 |
| Format: | CD, Vinyl, Tape |
Erhältlich bei:
Idiots Records


