METAL INQUISITOR
Es gibt noch mächtig viel zu erzählen!
Ja, man. Es ist wirklich wahr. Metal Inquisitor gehen wieder an den Start und der alte Kahn will erneut Fahrt aufnehmen. Wie geil ist das denn? In den Köpfen vieler Fans war der Schlussstrich von vor vier Jahren längst nicht so deutlich gezogen, wie für die Band. Ganz wegdenken konnte man sich die Undergroundgröße eh nicht, zumal mindestens die Songs ihrer fünf Alben eh häufig abgespielt werden, die Fans noch stolz die Bandshirts tragen und die Members in der Szene antreffbar sind. Für den Status Quo und die Hintergründe der Reaktivierung haben wir die drei alten und die beiden neuen Members einzeln befragt. Wenn das mal kein Grund ist, bei X-CRASH seit sehr langer Zeit mal wieder ein Interview zu führen … also Machen statt Sabbeln. Beginnen wir also gleich, und zwar mit Gitarrist Blumi:
Joxe: Hallo Blumi! Wie geht es dir und was machst du gerade?
Blumi: Vor ein paar Tagen wurde Midnight Rider “Limited Infinity” veröffentlicht und habe aktuell ein paar Interviews abzuarbeiten. Und bald geht’s mit Metal Inquisitor ja wieder los. Insofern ist es ein bisschen stressig.
Joxe: Als Fan von Metal Inquisitor ist man natürlich froh, dass sich bei euch wieder was tut. Beschäftigt bist du ja auch noch mit Midnight Rider, mit denen du gerade eine neue Scheibe raus hast. Aber warum ist jetzt der Zeitpunkt für eine Metal Inquisitor Reunion?
Blumi: Das war eigentlich alles anders geplant. Die Idee war es, unser Comeback mit einer neuen Album Veröffentlichung zu verknüpfen. Das hätte sich dann noch bis nächstes Jahr hingezogen. Irgendwann erhielten wir zwei Festivalanfragen und nach und nach ist dann dieser Plan verworfen worden. Dann war das nächste Ziel, im Herbst wieder da zu sein. Und nun ist doch Juni geworden. Dem Druck von außen und innen war nicht mehr standzuhalten…im positiven Sinne! Der offizielle Comeback-Termin bleibt aber der 17.10.2026!
Joxe: Fühlte sich die Zeit nach der Auflösung für euch so an, als wäre mit Metal Inquisitor noch nicht alles gesagt?
Blumi: Für mich war das schon anders als für den Rest, da ich ja damals die Koffer gepackt hatte. Zum damaligen Zeitpunkt war das Thema Metal Inquisitor für mich schon ziemlich durch. Aber natürlich hatte man im Hinterkopf, dass man vielleicht nach paar Jahren wieder bereit für eine Fortführung wäre. Das brauchte aber seine Zeit. Und wie ich beim Songwriting der letzten Monate festgestellt habe, gibt es noch mächtig viel zu erzählen!
Joxe: Wie kam es dazu, dass ihr irgendwann wieder angefangen habt, Musik zu machen? Wahrscheinlich ist die Idee dazu nicht zufällig auf einem Konzert von Witching Hour oder Attic entstanden?
Blumi: Vor zwei Jahren zerbröselte ja Midnight Rider nach und nach in Einzelteile und hatte mir schon Gedanken gemacht, ob es auch ein Leben ohne Musikmachen gibt. Dann kam Hendrik als neuer Midnight Rider Drummer dazu, der ursprünglich mal als Nachfolger von Havoc bei Metal Inquisitor im Gespräch war. Irgendwann saß ich mit El Rojo im Biergarten und so kam eines zum anderen.
Joxe: Wie sehr war dir der Name Metal Inquisitor in der Zeit nach der Auflösung noch präsent, hast du oft an die alten Zeiten zurückgedacht?
Blumi: Wie ich sagte, war ich ziemlich durch nach dem Split. Aber natürlich denkt man sich nach ein paar Jahren, dass man viel Erreichtes und Erlebtes einfach hinter sich gelassen hatte.
Joxe: Martin, du bist ja schon 2010 in die Band gekommen. Wie erinnerst du dich an den Wechsel und deinen Einstieg in die Band damals?
Martin: Nun mein Einstieg kam ja erst nach dem zweiten Vorspiel meinerseits, weil ich beim ersten Mal voll verkackt hab, haha. Der Einstieg war für mich tatsächlich die Erfüllung eines Traumes. Metal Inquisitor waren für mich damals mit Desaster zusammen die Lokalhelden meiner Jugend. Und auf einmal selbst Teil der Band zu sein, war fantastisch. Ich bin immer noch genauso heiß wie damals, mit den Jungs auf die Bühne zu steigen. Es ist auch einfach meine Lieblingsmusik, genau diese Art Metal.
Joxe: Gibt es noch Stimmen unter den Fans, die von deinem Vorgänger sprechen?
Martin: Also aus den Reihen der Fans höre ich jetzt nichts. Vielleicht wünscht man sich hinter vorgehaltener Hand ja doch Cronos zurück, haha. Tatsächlich Rede ich aber noch recht häufig von ihm. Ich habe ihm damals auch sein Bass SetUp abgekauft, als er aufgehört hat und somit ist er irgendwie immer ein bisschen präsent, was ich aber auch cool finde.
Joxe: Du spielst ja nicht exakt die Bassläufe wie auf den ersten Alben. Wie hast du dich im Laufe der Zeit noch in der Band eingebracht, was ist auf deinem Mist gewachsen?
Martin: Ich spiele tatsächlich ein wenig anders als Cronos. Würde ich aber jetzt eher auf einen anderen Stil schieben als auf Geschmack. Ich hör die Alben mit Cronos immer noch sehr gern und fahr voll auf den Basssound ab. Ich bringe hier und da Ideen ein, manche werden angenommen, andere wiederum nicht, kennt man ja. Am Ende geht es ja in erster Linie um Songdienlichkeit. Aber ich darf mich auch entfalten, wenn ich möchte. Haha!
Joxe: Ohne Parallelen zu Metal Inquisitor zu ziehen, konntest du in der Zwischenzeit deine Aktionen mit Deathfist, Metaluzifer und Midnight Rider frei genießen?
Martin: Ja klar! Ich betrachte jede Band eigentlich losgelöst von den anderen. Alles geile Finger, in denen ich gern spiele oder gespielt habe. Bei Midnight Rider bin ich ja nicht mehr. Aber die neue Scheibe ist echt gut geworden. Ich hoffe, dass es mit Deathfist vielleicht auch mal wieder nach vorn geht. Muss mich mal auf den Hosenboden setzen. Hehe….
Joxe: Hast du noch andere Projekte in Planung, oder gibt es etwas, was du musikalisch noch erreichen möchtest?
Martin: Andere Sachen hab ich aktuell nicht in der Pipeline. Vielleicht irgendwann mal. Ich hoffe tatsächlich, dass wir mit Metal Inquisitor mal `ne geile Amerika-Tour spielen können. Nord- und Süd natürlich. Nochmal nach Japan wär natürlich auch Killer!
Joxe: Hendrik, dich kennt man ja von Steelpreacher. Hast du deinen Nachnamen ‚Bierkiller‘ seit dem Ausstieg auch abgelegt?
Hendrik: Ja, es war langsam an der Zeit. Ich trinke schon seit Jahren nicht mehr so viel wie früher, da war der Abschied von Steelpreacher eine gute Gelegenheit, mich von diesem Namen zu trennen. Als wir mit Steelpreacher begonnen hatten, war der Name definitiv Programm und hat natürlich zum Hauptthema der Band gepasst. Aber man verändert sich halt mit der Zeit. Aber bitte nicht falsch verstehen, natürlich trinke ich nach wie vor gerne Bier. Nur nicht mehr diese rauen Mengen.
Joxe: Warst du zwischenzeitlich musikalisch aktiv?
Hendrik: Erstmal nicht. Der Ausstieg war auch nicht geplant. Ich habe dann die Zeit genutzt, um mich meiner zweiten großen Leidenschaft, dem Wrestling zu widmen. Da blieb nicht viel Zeit für Musik, weil ich da gerade bei der Promotion Fightback-Wrestling sehr stark eingespannt wurde. Aber es war relativ klar, dass ich früher oder später wieder zur Musik zurückkehren würde.
Joxe: Beschreib mal kurz die Situation, wie du bei Metal Inquisitor reinkamst!
Hendrik: Blumi hat mich angerufen und mich gefragt, ob ich mit ihm am neuen Midnight Rider Album “Limited Infinity“ arbeiten möchte, das am 05.06. diesen Jahres erschienen ist. Das war für mich ein sehr willkommener Zeitpunkt, weil ich gesundheitlich beim Wrestling kürzer treten musste. Die Arbeit an der Platte hat uns sehr viel Spaß gemacht und da hat es sich sehr schnell ergeben, dass wir beschlossen hatten, weiter zusammen Musik zu machen. Dann war eigentlich die Antwort sehr schnell naheliegend, als Rob und Martin gefragt wurden, ob sie Lust auf Musik hätten, dass wir Metal Inquisitor neu starten, anstatt mit einer neuen Band anzufangen, die dann vermutlich eher wie eine Art Metal Inquisitor 2.0 aufgenommen worden wäre.
Joxe: Hast du Metal Inquisitor mal live gesehen und zufällig dem Drummer genauer auf die Finger gesehen?
Hendrik: Natürlich habe ich Metal Inquisitor schon live gesehen. Sehr oft sogar. Nicht nur, weil ich mit Steelpreacher schon öfter auf derselben Veranstaltung aufgetreten bin. Ich war schon immer sehr fasziniert von Havoc´s Art am Schlagzeug. Er hat es immer geschafft, sehr viele verschiedene Läufe zu spielen, ohne dass es hektisch oder anstrengend aussah. Er hat immer einen sehr lockeren Eindruck beim Spielen gemacht. So richtig technisch damit beschäftigt wie er spielt, habe ich mich aber erst seit kurzem.
Joxe: Wie würdest du den Unterschied beschreiben, zwischen dem Drumming der Metal Inquisitor Songs bisher, und dem, wie du sie trommelst?
Hendrik: Gerade was die bestehenden Songs angeht, versuche ich mich doch sehr daran zu orientieren wie Havoc gespielt hat. Mir ist es sehr wichtig, dass die Songs auch weiterhin so klingen, wie man sie in Erinnerung hat. In Zukunft wird es sich wahrscheinlich etwas anders entwickeln, weil ich persönlich lieber Fokus auf den Groove lege. Aber dennoch werde ich versuchen, auch den bisherigen Schlagzeugsound, den ich bei Metal Inquisitor immer sehr passend fand, auch weiterhin aufrecht zu erhalten. Ich möchte ja eine Bereicherung sein, und nicht die Art Grundlegend verändern.
Joxe: Max, wir kennen dich ja von Attic, Erazor, live bei Witching Hour, Spiker und einigen anderen, wo du aushilfsweise oder fest mitspielst. Was ist bei Metal Inquisitor anders, als es bei dir bislang war?
Max: Danke erst einmal für das Interview, Joxe! Gute Frage. Der Stil ist noch ein bisschen klassischer als bei meinen aktuellen und bisherigen Bands. Grundlegend anders ist auch die Distanz zum Proberaum nach Koblenz, haha. Da fahre ich jetzt regelmäßig zwei Stunden aus Essen hin. Ansonsten habe ich meinen Gitarrensound in Richtung „Marshall Arts“ angepasst. Der ist jetzt für Metal Inquisitor durchweg britisch – ist ja auch nur logisch bei den Einflüssen der Band.
Joxe: Wie kam der Kontakt zu der Band zu Stande?
Max: Martin kenne ich schon etwas länger, wenn auch relativ flüchtig, von Konzerten und Festivals. Er hat mich vor gut einem Jahr angeschrieben und gefragt, ob ich mal Lust hätte, unverbindlich nach Koblenz zu kommen, um bei einer Probe mitzumachen. Gesagt – getan. Nach einer erfolgreichen Probe und einer langen Nacht in den Koblenzer Kneipen, hatte ich ein super Gefühl bei der Sache. Jetzt, ein Jahr später, sitze ich hier und beantworte diese Fragen, haha. Warum genau da jetzt mein Name gefallen ist, musst du die anderen Jungs fragen.
Joxe: Hattest du Metal Inquisitor mal live gesehen und kannst berichten, was dir dabei, vielleicht auch gitarrentechnisch, besonders gefallen hat?
Max: Metal Inquisitor kenne ich tatsächlich schon seit meiner frühesten Jugend. Da muss ich ein wenig ausholen. Das Rock-Hard-Festival in Gelsenkirchen hat unmittelbar in der Nachbarschaft meiner Eltern stattgefunden. Für einen heranwachsenden Metal-Fan wie mich war das natürlich der Hauptgewinn. Kaum etwas hat meinen Musikgeschmack so geprägt, wie das RHF. Ich erinnere mich, dass ich Metal Inquisitor mit 13 oder so auf dem Festival gesehen habe. Da war ich von Sekunde eins an total begeistert und es hat nicht lange gedauert, bis die „The Apparition“ den Weg in mein CD-Regal gefunden hat. Gitarrentechnisch sind es, glaube ich, immer die jeweiligen Priest-, Maiden-, oder auch Black Sabbath-Einflüsse in den Riffs, die aber im Songkontext gar nicht „abgekupfert“ klingen, wie bei manch anderen Bands. Das ist einfach nur Killer Songwriting. Warum ich Twin-Melodien liebe, muss ich ja hier niemandem erklären.
Joxe: Wie haben deine Mitstreiter der anderen Bands bei deinem Einstieg bei Metal Inquisitor reagiert, oder wissen sie es noch nicht?
Max: Ach, das war ganz unspektakulär und kann ich gar nicht so genau beantworten. Ich glaube, den Jungs ist wichtig, dass ich da jetzt niemanden vernachlässige. Natürlich gibt es in den Reihen auch langjährige Metal Inquisitor-Fans. Für meine Generation ist das, ohne Zweifel, eine sehr einflussreiche Band. Ich freue mich einfach, dabei zu sein und habe Bock darauf, was jetzt mit Metal Inquisitor kommt. Sorry für die diplomatische Antwort, haha.
Joxe: Was dürfen wir jetzt bei deinem Liveacting erwarten, auch den gereckten Stratocaster Gitarrenhals wie bei den anderen Bands, in denen du mitspielst, oder bewegst du dich zu den Metal Inquisitor Songs anders als sonst?
Max: Zumindest die Schminke bleibt weg, haha. Ansonsten gibt’s puren Heavy Metal auf‘n Kopp. Größtenteils alles wie gehabt!“
Joxe: Hallo El Rojo! Wie wird euer Plan sein, wollt ihr in nächster Zukunft wieder einige Liveauftritte absolvieren?
El Rojo: Auf jeden Fall! Es stehen auch schon einige Gigs fest.
Joxe: Dürfen wir als nächstes von Euch noch mehr erwarten, neue Songs oder gar eine neue Platte?
El Rojo: Wir arbeiten an neuen Songs und haben auch fest vor, eine neue Platte zu veröffentlichen.
Joxe: Lass doch bitte mal zum Schluss eine Message da. Was wünschst du dir, oder erwartest du in Zukunft von euren Supportern und Fans?
El Rojo: Genießt das Leben und die Freiheit – aber macht auch was dafür: Informiert euch bei Wissenschaft und Medien bzw. Journalisten mit Ruf und Integrität! Natürlich gibt es Probleme, die so groß sind, dass sie einen fast die Hoffnung verlieren lassen. Und ja, die Bahn ist tatsächlich unpünktlich und scheiße 🙂 Aber lasst Euch nicht von manipulativen Foren und Rattenfängern in Social Media für dumm verkaufen, denn diese verfolgen ausschließlich ihre eigenen Interessen: Hass-Schwätzer und Autokraten waren noch nie Menschenfreunde und sind auch keine positiven Gestalter des Gemeinwesens! Die Zukunft ist mit Arbeit verbunden und es wird nicht leicht, aber das war immer schon so und mit Menschen an der Macht, die auf Demokratie und Wissenschaft einen Haufen machen, wird es nur noch SEHR viel schwerer und unangenehmer! Bleibt auf der richtigen Seite – bitte!
Joxe: Vielen Dank euch allen für das Interview, wir sehen uns live!
Gemäß des Kalenders für Livetermine darf mit folgenden Auftritten der Band gerechnet werden:
20.06.2026 Daun-Rengen, Der Detze Rockt Open Air Festival
17.10.2026 offizieller Reuniontermin
06.11.2026 Essen, Turock, Metal And Hell Festival
14.11.2026 Andernach, JUZ, 30 Jahre Hellbangers
Autor: Joxe Schaefer

