HYENA, NECK CEMETERY
Bochum, Die Trompete, 25.03.2026
Heute ist wieder so ein Tag, an dem auch ein paar Sachen rund laufen. Da gönnt man sich doch zum Ausklang mal ein nettes Konzertchen. Außerdem gehört der Oldschooler einfach hier hin, in den Bochumer Trompetenkeller, wenn sich eine solche Band aus Peru ansagt. Also sind wir hier und lassen uns zunächst einmal von Neck Cemetery entertainen. Die Jungs haben wir schon mit Iron Fate in Lünen gesehen, wie auch vor den Wildhearts in Essen und auf dem Rock Hard Festival. Pünktlich zur Tagesschau ertönt das Intro für ‚Jens And The Peters‘, wie der Typ neben mir meint, und die Rauchsäulen geben schon Vollgas, bevor ein Ton gesungen wurde. Shouter Jens haben wir grad noch am Tresen gesehen, und dass er sich ein nettes Facepainting aufgelegt hat, irgendwas zwischen Gene Simmons und Alice Cooper. Passt auch zu seiner folgenden Performance, mal mit Maske, mal im Dialog mit einem Puppenkopf in der Hand. Auf der Bühne gibt es vom Start weg viel Action, vor allem durch die beiden flinken Flying V Gitarristen. Das ergibt vor der Bühne viel Gezappel und gereckte Fäuste, während immer wieder Rauchsäulen, sowie auch Feuerwerk vorm Drumkit abgeschossen wird. „Midnight“ nennt sich ein neuer Song von einer bald erscheinenden Platte, und zum Schluss stampft ihr quasi-Anthem und Ramones-Cover „Pet Cemetery“ nur halb so schnell los, wie es beendet wird. Das war nun eine Stagezeit von achtundvierzig kurzweiligen Minuten, damit sollte das Publikum für die nächste Band ziemlich locker geworden sein.
Zeit für die klassischen Oldschool Metaller und Speedfreaks von Hyena. Als ihr sehr cooles Debütalbum „About Rock ‚n‘ Roll“ vor gut einem Jahr erschien, haben wir die Peruaner mit Karloff und Palantyr im Oberhausener Helvete live gesehen. Daran haben wir sehr gute Erinnerungen, und weil sie damals so gepunktet haben, und man die Jungs hier in unseren Breiten nicht so oft zu sehen bekommt, finden wir uns natürlich auch hier ein, um ihren Klängen zu lauschen. Kantig und mit Arschtritt geht die Abfahrt mit „Metal Machine“ und „Tokyo Nights“ los, wozu die ersten Reihen amtlich in Bewegung kommen. Die fünf Altschuler haben richtig Bock und machen mächtig was los. Als die Leadgitarre die lange Version von Holocausts „Heavy Metal Mania“ in den Raum wirft, bricht der Damm, denn da zappelt alles. Es zeigt „Nightriders“ deutlich, dass die Höhen sitzen, aber sie haben noch einen sehr bekannten Klassiker auf der Pfanne, nämlich „The Beast“ von den derzeit auf Undergroundevents ziemlich angesagten Randy. Es gehen einige Arme hoch und dieses Metalpublikum entpuppt sich für einen Mittwoch glücklicherweise nicht ganz so lahm. Derzeit nicht allzu selten auf den Bühnen der Gegend anzutreffen, ist ex-Sodom Gitarrist Andy Brings. Der Mann steigt auch heute hier mit auf die Bretter, um Priests „Breaking The Law“ mitzuzocken, wobei Basser Jorge sein Arbeitsgerät wie Ian Hill schwenkt. Während sich hinten am Merchandise schon die Shirts für 25 Euro abgreifen lassen, wird noch mit Andy „Ace Of Spades“ nachgeschoben. Damit sind siebzig Minuten voll. Schließlich und endlich kann man sagen, Hyena haben heute Abend alle Register gezogen. Wohl dem, der hier heute Abend den livegespielten Klängen beiwohnen konnte.
Autor & Pics: Joxe Schaefer

