MASTERPLAN, CAVE
Dortmund, Musiktheater Piano, 22.04.2026
Es ist Mittwochabend und das Musiktheater Piano ist für dieses Billing gut gefüllt, jedoch nicht gedrängt dicht. Man hat gute Sicht zur Bühne und kann grad noch bequem die Theke erreichen. Jedoch ist vor der Bühne noch mehr Platz, während man hinten dichter gedrängt steht. Cave heißen die schwarz Gekleideten aus der Nähe von Stuttgart, denen hier die Aufgabe der Eröffnung zugekommen ist. Bei dem Vierer klatscht schon früh alles mit, dafür hat ihr Sänger mit der leicht angerauten Singstimme und der Kamerabrille auch gesorgt. Mit ihrem melodischen, nicht zu harten und keinesfalls zu schnellen, aber wiedererkennbaren Powermetal kommen sie ziemlich gut an, zumal das schon Punch hat, was die Schwaben abliefern. Die Band hat Spaß, und der überträgt sich, dass die Hey-Rufe ebenfalls bestens funktionieren. Da lassen wir die Keyboards aus dem Back mal unkommentiert. Das leicht verdauliche Songmaterial wird stark beklatscht, auch zum Schluss nach den fünfzig Minuten hält der Applaus länger an.
Und weil wir in das neue Album von Masterplan schon reinlauschen durften, das „Metalmorphosis“ titelt, ihr siebtes ist und endlich mal wieder sehr geil geworden ist, finden wir uns hier Im Piano ein, um die Protagonisten live zu sehen. Dieser Auftritt war eigentlich im Rahmen der Release Tour geplant, doch das Veröffentlichungsdatum hat sich nun auf den 26.06.2026 verschoben. Masterplan steigen mitreißend nach einem kurzen Intro ein und bringen „Enlighten Me“ schon als zweites. Im Gegensatz zur Band zuvor steht der Keyboarder jetzt mit auf der Bühne, etwas anderes hätte sich Axel Mackenrodt wahrscheinlich auch nicht gefallen lassen. Der auch noch bei At Vance aktive Sänger Rick Altzi gibt an, grad stimmlich leicht angeschlagen zu sein, und bittet höflich das Publikum immer wieder um Mithilfe. Bei „Lost And Gone“ bekommt er alles leiser gesunden noch hin, fällt ihm aber im Laufe der Show merklich schwerer. Natürlich gehört der „Crimson Rider“ mit ins Programm und zu „Back For My Life“ werden die Flashlights der Telefone erbeten. Danach dürfen wir mit „Through The Storm“ einem weiteren Stück vom neuen Album lauschen, später nach „Keep Your Dream Alive“ und „Crystal Night“ noch einmal mit „Shadow Man“. Die drei markanten Töne der Keyboards sind die Vorboten unseres Favoriten „Soulburn“, in dem Gitarrist Roland den Gesang unterstützt. Nach „Heroes“ gibt Rick an, dass seine Stimme nun fast weg sei. So ergibt sich noch die Möglichkeit, dass jeder kurz etwas soliert und Bekanntes von „Burn“ bis „Hall Of The Mountain King“ anspielt. Das bleibt trotzdem noch sehr hochwertig, ohne dass der Eindruck von Überbrückung entsteht. Zum Schluss performen sie noch das durch Roland von Helloween mitgebrachte „Time Of The Oath“ und die komplette Auftrittszeit erstreckte sich dennoch über 90 Minuten. Cooler Konzertabend für einen Mittwoch, es hätte aber ruhig noch etwas voller sein können.
Autor & Pics: Joxe Schaefer

