ALTARAGE – cogwheel

Schwer, wulstig und tiefenbohrend. Keine der reichlich dargebotenen Klanglandschaften vermittelt ansatzweise den sprichwörtlichen Ponyhof, oder die Blumenwiese. Erwartungsgemäß setzt der Dreier aus Bilbao lieber auf Vernichtung durch völlige Zerstörung, und fängt auch gleich mit undurchsichtigem Riffgemische an. Die Songs bleiben nachvollziehbar, während der lauschende Konsument auf seinem Weg durch das Album von Disharmonien und Dissonanzen durch jede Lautstärke und längerer Computerstrecken mit nachhallenden Geräuschen undefinierbarer Riesenmaschinen in Kellergrotten geführt wird. Der Groll kommt von unten, Vocals von weiter hinten. Wenn welche auftauchen, sind das selbstredend unverständliche Growllaute. Der Titel ihres siebten Albums lässt sich mit ‚Zahnrad’ übersetzen, und eine mechanische Zerstörung, mit oder grad ohne Drumrhythmen, lässt sich damit gut versinnbildlichen. Weil mehr als die Hälfte aller sieben Tracks die Marke von zehn Minuten überschreiten, ist eine Gesamtspielzeit von über vierundsiebzig dabei herausgekommen. Also riecht das für Vinylfreunde nach Doppelvinyl! Außerdem haben wir hier eine typische Sentient Ruin Veröffentlichung vorliegen. Wer schon häufig mit den Outputs des Labels konform ging, wird das auch bei „Cogwheel“ tun. Vielleicht kann als Anspieltipp „Not A Proper Funeral“ dienen, da der Song alles oben Aufgeführte in sich grandios vereinigt. Im Gegensatz zum überraschenden „Ichor“, in dem allen Ernstes doch für eine Strecke ein Tenor auftaucht … die Scheibe als Ganzes aber keineswegs in die Tonne drückt.

Wertung: 8/10
Autor: Joxe Schaefer

Label:SENTIENT RUIN LABORATORIES
VÖ-Datum:31.07.2026
Running Time:74:31
Format:CD, Vinyl, Mp3, Tape

Erhältlich bei:
Idiots Records

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