Burning Ambition – Iron Maiden Dokumentarfilm
Dortmund, Cinestar, 14.05.2026
Keine Frage gehören Iron Maiden zu den größten Bands der Welt. Dementsprechend gibt es ziemlich viel von den Briten, zuletzt kam ein fettes Buch mit dem Titel „Infinite Dreams“. Wieder von einem Songtitel abgeleitet, er befindet sich auf der Single B-Seite „Running Free“, folgt nun „Burning Ambition“, ein Kinofilm. Keine DVD oder Blue-Ray, sondern ein Dokumentations Motion Picture, ähnlich wie Flight 666, der jedoch diesmal die ganze Bandgeschichte beleuchtet und wieder nur in einigen Kinos für wenige Vorstellungen anläuft. Gemäß den Berichterstattungen im Netz fand die Premiere am Leicester Square in London statt, wo neben einigen Stars und Sternchen auch mal wieder Vanessa Warwick zu sehen war, die wir noch vom ‚Headbangers Ball‘ kennen, der damaligen MTV Lieblingssendung aller Metaller.
Ganz so groß wie in London ist das Prominentenaufkommen hier in Dortmund nicht, aber wir sehen einige bekannte Gesichter; es gibt für diesen Dokustreifen auch nur zwei Vorstellungen in dieser Stadt, also sind die Möglichkeiten begrenzt. Hier in Kino 4 ist es jetzt voller, als im Dokufilm von Megadeth vor Kurzem in Bochum. Da lohnt sich für den Betreiber die viele Werbung, bis der Film eine halbe Stunde später anfängt. Macher des Films ist übrigens Malcolm Venville, der in Metallkreisen weniger bekannt ist. In erster Linie geht es um die sechs Bandmembers, aber auch Paul Di‘Anno und Blaze Bayley tauchen auf. Alle anderen ex-Members finden im Film Erwähnung, oder werden zum Schluss namentlich aufgeführt. Diese Protagonisten des Films müssen auch nicht näher vorgestellt werden, schließlich ist die Band schon seit Mitte der Siebziger unterwegs, und wir hatten früher schon ihre Poster an der Wand. Nicht zu kurz kommen in dem Film die Fans, die jedoch in Eddie den Star sehen.
Der Film steigt ein mit der Bandhistorie zu Zeiten der NWoBHM, und dass Manager Rod Smallwood den Eddie erfunden hat, weil er die Members für recht schüchtern hielt. Die Bandhistorie begann zwar schon 1975, doch ausgiebiger thematisiert werden die Themen erst ab 1980, mit Kapiteln über den gezeichneten Eddie von Derek Riggs, die Abgrenzung ihrer Lyriks zum Satanismus, die Krebserkrankung und Genesung von Bruce und dem Leben auf Tour. Tatsächlich finden auch alle Besetzungswechsel gebührend Erwähnung, wie Paul raus, Bruce rein, Bruce raus, Blaze rein, Adrian raus und die Wiederkehr von Bruce und Adrian, sowie zum Schluss der Live-Ausstieg von Nicko. Auch sein Nachfolder Simon Dawson an den Kesseln wird erwähnt. Manche Filmszenen sind bereits aus alten VHS-Videoveröffentlichungen bekannt, andere stammen aus Archiven oder wurden grad dazu neu abgedreht, wie Zeichentrick Animationen von Eddie, oder gesprochenes Wort der Darsteller für Unterlegungen der Bildsequenzen. Andere prominente Musiker wie Gene Simmons, Keaton von Hirax, Lars Ulrich, Scott Ian, Tom Morello kommen zwischendurch in Videosnippets zu Wort, wie auch Brian Slagel von Metal Blade. Alles im Originalton mit deutschen Untertiteln. In den Ausschnitten konnten wir auch Freunde wiedererkennen, die an einer Bühnenabsperrung eines Konzerts feiern. Und wie immer zum Finale einer Show von Iron Maiden bekommt auch in diesem Film ihr Anthem „Iron Maiden“ den Schlussauftritt. Schon nicht schlecht bis rührend.
Zum Schluss sei noch die bemerkenswerte Tatsache erwähnt, dass sich nach den 105 Minuten noch niemand aus seinem Kinosessel erhebt, bevor der Nachspann vorbei ist. Glaube, so lange sind wir noch nie nach einem Kinofilm sitzen geblieben.
Autor & Pic: Joxe Schaefer

