Der Detze Rockt
Daun-Rengen, Sportplatz Am Detzenberg, 19.-20.06.2026
Tag 1, Freitag, 19.07.2026: Majak, Lynx, Midnight Prey, Attic, Aura Noir, Midnight
Endlich ist es wieder soweit, der Detze rockt wieder, und das bereits zum vierzehnten Mal. Der Einlass läuft stressfrei ab, bei Temperaturen über dreißig Grad auch sehr angenehm. Außerdem sind wieder Pools aufgestellt, die von Anfang an stark frequentiert werden. Die Veranstalter beginnen pünktlich und die begrüßende Ansage vorweg erfolgt von der Belegschaft durch Martin, der hier auch schon mal mit der Band Burning Maja in Erscheinung getreten ist, und auch diesmal wieder für alle weiteren Ansagen zuständig ist. Und weil er sich kurz fasst, legen Majak schon zwei Minuten früher los. Die Kieler durften schon das diesjährige Rock Hard Festival eröffnen. Hier oben auf dem Berg fällt der Start zünftig hardrockig aus, nicht langsam und mit uncleanen Shouts. Punktgenau einordnen lässt die Mucke des Vierers nicht, in der mal speedy Schwoofrhythmen auftauchen, in denen auch unclean gesungen wird. Am coolsten kommen ihre lead- und solodurchzogenen Metalpassagen, die auch gleich zackiges Gebange ergeben. Nach über fünfunddreißig Minuten ertönen Majak Rufe, doch eine Zugabe war nicht mehr drin. Viele sagen, genau die richtige Band für einen Opener, wir sagen einfach, Well Done! (Joxe Schaefer)
Bei Lynx ist dann die Sonne weg und es wird zu den Retroklängen angenehm luftig. Unsere Ohren bekommen gediegenen Hardrock, aber diesmal mehr auf der Schiene der Siebziger. Basser Phil gibt richtig Gas und kann es nicht verleugnen, richtig Bock zu haben. Doch nach gut einer halben Stunde dann der Albtraum eines jeden Veranstalters und einer jeden Band. Und natürlich auch der Fans. Wegen Blitzen am Himmel bei einsetzendem Regen muss das Konzert abgebrochen werden und alle Besucher werden in ihre Autos geschickt. Das funktioniert sogar überraschend gut, Lob an alle! Erst als es wieder aufhellt und sich das Wetter verzogen hat, wird wieder der Strom auf der Bühne angeknipst. (Joxe Schaefer)
Wetter kaputt, kommt Wasser raus. Nachdem die Camper ihren aufgebauten Dächern eine unfreiwillige Dichtheitsüberprüfung unterzogen haben, soll es weitergehen. Zwar mit gekürzten Spielzeiten, aber was willste machen? Ein Beschwerdebrief an das Wetteramt wird nicht viel nutzen. Um kurz nach 20:00 Uhr rockt der Dreier von Midnight Prey los, als hätte es kein Gewitter gegeben. Auf der Stage wird ordentlich reingehauen, doch die Stimmung wie noch zuvor, kommt in dem auf etwa zwanzig Minuten gekürzten Set leider erstmal nicht auf. (Joxe Schaefer)
Leider ist der Set von Attic, aufgrund des Unwetters, auf fünfunddreißig Minuten gekürzt. Demenstprechend gibt es nach dem Intro „nur“ fünf Songs. In der kurzen Zeit stimmt jedoch alles. Der typische Dachbodenaufbau, eine perfekt aufeinander eingespielte und gut gelaunte Band, geiler Sound und ein erstklassiges Publikum. Während Attic ihr Set spielen, beginnt der Sonnenuntergang. Dadurch entsteht eine einmalige Aura, die dem Auftreten der Band und der Show definitiv sehr zu Gute kommt. Auf der Bühne wird es nach und nach etwas dunkler und je weiter die Sonne sich senkt, desto intensiver kommen Bühnenbeleuchtung und Nebel zur Geltung. Fazit des Auftritts: Kurz, intensiv und wie immer sehr gut! (Matze Fittkau)
Jetzt wird es noch düsterer. In Sachen Dunkelheit geht noch was, und damit ist nicht die Dämmerung am wetternervösen Eifelhimmel gemeint, sondern am Ausdruck der Band aus Oslo, die sich grad im neuerdings cooler designten Backstagebereich neben der Stage bereit macht. Nicht von allen Festivalbesuchern heiß erwartet werden die Norweger von Aura Noir, die uns Black Thrash kredenzen. Doch weil die Bandauswahl auf dem Billing eines jeden Der Detze Rockt Festivals erfahrungsgemäß als geschmackssicher gilt, gelten sie zumindest ziemlich interessant. Mit sechs regulären Studioalben seit ihrer Gründung 1993, gehören sie zu den dienstältesten ihres Genres und sie dürfen nach dem Unwetter, im Gegensatz zu den Bands zuvor, eine Stunde lang spielen. Ein knalliger Sound bratzt uns vor die Fresse und es wird auf ihrer Setlist noch das Venom Cover „Heaven’s On Fire“ untergebracht. Gitarrist Aggressor kann seit einem Unfall vor vielen Jahren nicht gut für längere Zeit am Stück stehen und nimmt dazu auf der Bühne einen Stuhl zu Hilfe. Mit „South American Death“ kurz vor Schluss sind die vierundfünfzig Minuten auch fast durch, und wir sind mal gespannt, was uns die letzte Band heute diesmal zu bieten hat. (Joxe Schaefer)
Der Headliner für den Detze-Freitag wird von drei Maskierten gestellt. Im vergangenen Jahr auf dem Burning Q Festival waren sie ebenfalls letzte Band und haben entsprechend abgeräumt. Und genau so passiert es nun auch hier auf dem Detzenberg. Midnight aus Ohio feiern ihr fünfzehnjähriges Jubiläum ihres Paradealbums „Satanic Royalty“ mit einer Welttournee, welches die Speed Blacker hier bei viel Nebel im rasiermesserscharfen Sound komplett durchzocken. Mit Action, Sprüngen und Tritten in die Luft füllen sie die Detzebühne voll aus und stiften die Audienz an, ebenfalls aktiv zu werden. Klar gibt das ordentlich Tumult im Moshpit, dass die Security mit der Menge der Crowdsurfer überfordert ist. So musst Athenar sie darauf hinweisen, etwas vorsichtiger mit ihnen umzugehen. Er selbst geht mit den Bierbechern weniger sachte um, die auf die Bühne fliegen, bei dieser Band ja inzwischen normal. Er zerdeppert davon welche mit seinem Kopf und tritt andere zurück ins Publikum, wofür er sich für die Nationalmannschaft empfehle. Voll geil der Gig und ein sehr cooler Abschluss des ersten Festivaltages, an dem schon mal einiges los war, inklusive Wetterkapriolen. Auf geht’s ins Aftershowprogramm vor dem Bahama-Mama-Stand. (Matze Fittkau, Joxe Schaefer)
Tag 2, Samstag, 20.06.2026: Sadistic Goatmessiah, Dungeon Keeper, Exxecutor, Ritus, Iron Kobra, Chapel Of Disease, Desaster, Metal Inquisitor, Bulldozer, Blaze Bayley.
Das Trio Sadistic Goatmessiah kenne ich bisher nur von einem Haufen Demos, Splits und dem aktuellen Album. Live habe ich das Girl und die Boys noch nicht gesehen. Entsprechend gespannt bin ich auf die erste Band des Tages. Wer in der Mittagshitze in Kettenhemd und Kettenunterhose (!) auf die Bühne geht, kann nur im positiven Sinne verrückt sein. Was die Band abliefert, ist richtig geil. Es rumpelt und röhrt an allen Ecken und Enden. Trotzdem ist alles absolut tight gespielt. Obwohl ich die Songs bereits von Tonträgern kenne, bin ich mehrfach überrascht, mit welchen recht simplen Riffs man absolut geile Musik machen kann, wenn sie nur in der richtigen Reihenfolge gespielt werden. Sadistic Goatmessiah haben alle Trümpfe auf ihrer Seite und kommen beim Publikum super an. (Matze Fittkau)
Beim Personal der nächsten Band muss der Name der Blackdeather von Prehistoric War Cult erwähnt werden, die im vergangenen Jahr hier aufgetreten sind, weil nämlich Drummer Bestial Bonecrusher und Basser Battle Druid dort aktiv sind. Diesmal treten sie als Dungeon Keeper an und haben als Gitarrist und Shouter Archaic Tormentor dabei. Hier bei Dungeon Keeper teilen sich Drummer und Gitarrist die Vocals, wobei ersterer eher als ein Tenor der ungeraderen Art in Erscheinung tritt. Und diese musikalische Zusammensetzung soll sich für alle lohnen, die auf diesen Black Metal Sound stehen. Das sollte klappen, zumal ihr Album „Chaos Sorcery At Midnight“ auf sehr positive Resonanzen stieß. Die geschmackssichere Audienz rockt vor der Bühne ab, während sich die anderen schattige Plätze suchen. Bei der Hitze von dreißig Grad wird weiter hinten weniger gerockt, mit Ausnahme der Frau im Logoshirt von Carnivore. Die drei Facepaintings mühen sich bei dem Wetter stilgerecht ab, haben dabei wenigstens Schatten und etwas Luftzug auf der Bühne. Nach etwas über einer halben Stunde hat das Trio fertig und verlässt die Bretter. (Joxe Schaefer)
Wenn hier auf dem Detze Bands mit einem kleineren Banner auftreten, werden diese trotzdem alle sehr weit oben aufgehangen. Das sieht so hoch schon putzig aus, aber darum geht es ja nicht. Eine von diesen neuen, angeblackten Speedbands, die dieser Tage durch unserer Lauscher streifen, sind die deutschen Exxecutor. Der Dreier beruft sich in erster Linie auf sein einziges Album „Into Hellish Domains“, das im vergangenen Jahr das Licht der Welt erblickte. Im Fotograben wird es schon vor der Show sehr voll. Als beim Intro Drummer Alplasthor, trommelt als Aaron auch bei Stallion, als erster die Bühne betritt, wird er sofort bejubelt. Man geht in die Knie und wechselt die Bühnenseiten. Eine statische Performance sieht anders aus. Sehr cool das treibende „Acid Vomit“, aber es kommt noch besser, denn es wird das markante Death Cover „Evil Dead“ gezockt und mit dem Sänger von Desaster zelebriert. Derweil in der Audienz werden die Gäste vom Detze Staff mit Wasser aus dem Feuerwehrschlauch bespritzt, die meisten wollen das auch so. Nach etwas über einer halben Stunde ist für das Trio Schicht im Schacht. Daumen hoch! (Joxe Schaefer)
Es ist mittlerweile eine liebgewonnene Tradition auf dem Detze, für die Festivalgänger die Zeit noch ein wenig mehr zurückzudrehen und sie in das goldene Jahrzehnt des analogen Rocks zu entführen. Dieses Jahr stand mit Ritvs eine besondere Formation auf der Bühne – einer Evolution der Aschaffenburger Proto-Metal-Band Vvlva. Dass es den Jungs ausschließlich um die Musik geht, sieht man auf den ersten Blick. Keine Fransen, kein Retro-Kitsch, nur unifarbene Hemden und Metal-Shirts. Und spätestens nach den ersten deutschsprachigen Songs wird klar: Hier kommt die Krautrock-Kante! Um ehrlich zu sein: Der ausschließlich deutsche Gesang war für mich zunächst doch etwas gewöhnungsbedürftig und ein klarer Unterschied zu Bands ähnlicher Ausrichtung aus den vergangenen Jahren. Aber gerade diese sperrigen, hypnotischen und rohen Elemente, die mit der deutschen Sprache einherkommen, haben für mich auch etwas Interessantes an sich. Nach und nach packt es mich dann und ich bin auch nicht der Einzige. Trotz einer fast unerträglichen Hitze und knallender Sonne springt der Groove auf das Publikum über und die krautige Monotonie entfaltet ihre Sogwirkung. Spätestens mit dem neuen Song „Chaos“ ist dann auch die letzte Skepsis verstummt. Gefolgt von „Am Stillen Brunnen“ und „Dieb Der Seelen“ ist dann der doch kurzweilige Ausflug in die Siebziger zu Ende. Alles in allem ein sehr gelungener Auftritt und ein wirklich erfrischendes Update bzw. Upgrade der Detze-Tradition. Weitere gespielte Stücke: „Die Kinder Cuzcos“, „Dämon Des Krieges“, „Der Drank“, „13. Winter“, „Bei Nacht“. (Jürgen Sauer)
Nicht weniger interessant versprechen die nächsten vierzig Minuten zu werden. Ein episches Spoken-Word-Intro wird dem Auftritt von Iron Kobra vorweg geschickt, während der Vierer zunächst mit dem Rücken zur Bühne steht, bevor er mit Karacho in sein Programm einsteigt. Bei Metalgitarristen nicht sehr häufig, wird auf die Dienste einer Telecaster zurückgegriffen. Die Seltenheit können wir jetzt aber mal erleben. Nach „Wut Im Bauch“ und einer politischen Ansage kommt ganz neues Material. Nach elf Jahren haben sie mal wieder ein neues Album am Start, und davon werfen sie uns nun den Titeltrack „Eternal Dagger“ zum Fraß vor. Zum Schluss betreten zu „Heavy Metal Generation“ Gäste die Bühne. Flo von Messerschmitt und Alatar, und Andi von Sadistic Goatmessiah, rocken mit ab. Als ob es noch nicht heiß genug wäre, denn die Quecksilbersäule zeigt heute noch mehr an als gestern. (Joxe Schaefer)
Chapel Of Disease erwischen einen unheimlich holperigen Start. Nicht nur das soundtechnisch viel Luft nach oben bleibt (Bass zu leise, Drums zu laut), auch in der Gesangsperformance hat Laurent Teubl heute nicht seinen besten Tag erwischt. Die Band wirkt auf mich, als würde sie nur auf drei von vier Zylindern laufen, denn bei den filigranen Melodien von „A Death Though No Loss“ und „Selenophile“ fallen mir kleine Unsauberheiten beim Spiel sofort auf. Im Laufe der Show wird es stetig besser, aber beim abschließenden „Oblivious – Obnoxious – Defiant“ sind die 100% auch nicht vollständig erreicht. Dennoch lässt sich das nachsichtige Publikum nicht beirren und feiert die Band, das Wetter und das tolle Festival. (Torsten Richter)
Desaster sind für die zum zweiten Mal absagenden Riot eingesprungen und haben hier quasi Heimvorteil. Wobei die Band diesen gar nicht benötigt, da sie immer hervorragende Konzerte spielt. Was soll ich groß schreiben über einen Desaster Gig? Weiß doch eh jeder, dass es geil wird. Einziger Schwachpunkt heute: Sataniac lässt ein Bier fallen. Das geht natürlich nicht. Aber das Publikum und seine Mitmusiker drücken gnädiger Weise alle Augen zu. Beim vorletzten Song „Stormbringers“ schwingen zwei Kids die Flagge des gleichnamigen Desater-Fanclubs. Sowas ist natürlich immer cool. Zu guter Letzt wird dem Publikum noch mit „Black Magic“ ein geiler Coversong um die Ohren gehauen. Desaster sind einfach unschlagbar! (Matze Fittkau)
Im Jahre 2019 erschien ihr letztes Studioalbum, und zwei Jahre später traten sie zuletzt live auf. Dann wurde Metal Inquisitor aufgelöst. Seit dem ist gar nicht viel passiert, und trotzdem hat sich etwas verändert. An den Drums prügelt nun Hendrik von Midnight Rider und an der zweiten Gitarre zockt Max von Attic. Obwohl die Debut-Show erst für Oktober geplant wurde, ist Detze irgendwie Pflicht und wird nicht ignoriert. Also sind wir alle sehr gespannt, weil die Wartezeit sehr lang war, und auch, weil sich schon beim Soundcheck etwas vom alten Feeling breit macht. Mit den ersten Leads von „Doomsday For The Heretic“ ist der Knoten geplatzt und noch vor „Take Revenge“ nimmt Max die Sonnenbrille ab. Shouter Rob hat von seiner Stimme nichts eingebüßt und nimmt einige Gelegenheiten wahr, sich zu bedanken. Zuerst an Janosch vom Detze-Team, der ihren Auftritt hier möglich gemacht hat, wo sie zum ersten Mal schon vor sechzehn Jahren gespielt haben. Ein weiterer Dank geht an alle Bands, die für den Auftritt von Metal Inquisitor mit kürzeren Auftrittszeiten einverstanden waren. Und an Desaster, dass mal nach ihnen gespielt werden darf. Sollte ja mal möglich sein, zumal im Back die Flagge der Hellbangers hängt. Die Menge feiert, Erleichterung ist zu spüren und der Sound ist fett. Watt willste mehr? Den „Starchaser“ und den „Persuader“ noch, bis Rob die Spoken-Words zu „Bernardo Gui“ selber liefert. Mit im Programm das coole „Call The Banners“, und zu „Zombie Driver“ gibt Rob an, er wäre mittlerweile selber so einer. Zum Klassiker „Daze Of Avalon“ gehen noch immer die Arme hoch. Auch den Protagonisten ist der Spaß on Stage deutlich anzumerken und nach exakt 45 Spielminuten gefühlt schon viel zu früh vorbei. Da war echt große Freude auf beiden Seiten des Fotograbens. Auf jeden Fall haben wir die Erlösung gespürt, und nicht nur deswegen, weil wir jetzt auch deutlich merkten, was wir die ganze Zeit vermisst haben! (Joxe Schaefer)
Es fällt uns jedenfalls nicht leicht, den Zeitraum genau zu benennen, wie lange wir diese Italiener schon live gesehen haben wollen, zumal ihr letztes Album noch aus dem Jahr 2009 datiert. Völlig egal, denn heute ist es soweit. Kann natürlich sein, dass es nach dem furiosen Auftritt der Lokalmatadoren zuvor schwierig wird, nachzulegen. Ein großer Auftritt soll folgen. Bulldozer beeindrucken schon mal mit einem Riesenbackdrop, aber auch mit einem langen Intro. Ein sehr fetter Bass fällt sofort auf, der im Gesamtsound garantiert nicht zu weit in den Hintergrund gemischt wurde. Basser und Shouter AC Wild macht unsere Befürchtungen wahr und tritt tatsächlich in seinem draculamäßigen Umhang mit Stehkragen auf. Das kommt in Summe mit seiner Glatze und seinem Bart tatsächlich etwas nach Vampirfilm aus der Klamottenkiste, hätte aber auch was von Graf Zahl, weiß das Mädel im Shirt von Venom bei „Insurrection Of The Living Dead“ anzumerken. Wir dahingegen wissen, dass man aus einem Rickenbacker auch mehr rausholen kann. Der Vergleich passt schon, zumal Lemmy Inspiration sein soll und tatsächlich auch Motörheads „Overkill“ gecovert wird. Das Trio war für eine Stunde bemüht. Nur blöd, dass zeitgleich das deutsche WM-Spiel gegen die Elfenbeinküste gesendet wurde und viele deswegen durch Abwesenheit glänzten. (Joxe Schaefer)
In der Vergangenheit war Blaze Bayley hier auf dem Detze schon einmal zu Gast, im Jahr 2022, um genau zu sein. Als Co-Headliner und mit Maiden-Set. Und wahrscheinlich, weil er damals so dermaßen abgeliefert hat, diesmal Top Of The Bill. Nach Herzinfarkt und Bypass-Operationen soll es ihm wieder ganz gut gehen, aber es stellt sich natürlich die Frage, ob er heute noch einmal so auf den Putz hauen kann, wie hier vor vier Jahren? Die erste gespielte Strophe des Intros von Iron Maiden Shows, Ufo’s Megahit „Doctor Doctor“ aus 1973, lässt schon gleich mal steil aufhorchen. Dann kommt Blaze auf die Bühne, die Menge schreit auf und ein „Lord Of The Flies“ erledigt den Rest. Seine Begleitband ist derbe auf Zack und hat richtig Bock. Sie liefert wie immer, daran wird eh niemand gezweifelt haben. Blaze singt leiser und tiefer, bewegt sich dazu bedächtig. Hauptsächlich liefert er dazu Armbewegungen und tätigt superfreundliche und emotional tiefgehende Ansagen. Außerdem hört er nicht auf, sich zu bedanken. Er freue sich, wieder hier auf dem Detze spielen zu dürfen, und das tut er, wohl auch seiner Gesundheit zutragend, nicht ganz so wild. Die Maiden Kutten feiern sowieso, auch seine nicht-Maiden Songs wie „Born As A Stranger“, andere schauen sich noch das Spiel an und es wird grad „Sign Of The Cross“ zum Besten gegeben, als Undav das erste Tor macht. Bei „The Clansman“, „Futureal“ und natürlich „The Angel And The Gambler“ bleibt es so, dann folgt noch „Wrathchild“, ein vollständiges „Doctor Doctor“ und nach einem Drumsolo hören wir noch tausend Mal Danke und Schluss ist. Das war jetzt grad alles sehr gebremst heute, aber irgendwie noch immer gut. Die Band des Tages war Metal Inquisitor, und in Bahama Mama-Partylaune geht es weiter mit dem Konservenprogramm vor der Pflaumenkuchenbude, gleich gegenüber des Tresens, wo es das gelbe Elixir gibt. Für einen befreundeten Detze-Gast, der grad von uns gegangen ist, versammeln sich HMFCs und Freunde vor der Bude und der DJ spielt drei seiner Songs, die er sich hier in der Vergangenheit wünschte, bevor ins Aftershowprogramm eingestiegen wird. Alles Gute Goslartobi, wir vergessen dich nie! (Joxe Schaefer)
Von allen auf dem Detze abfeiernden X-Crashern kümmerten sich Matze Fittkau, Thorsten Richter, Jürgen Sauer und Joxe Schaefer um diese Berichterstattung.
Autoren: Matze Fittkau, Jürgen Sauer, Torsten Richter, Joxe Schaefer
Pics: Joxe Schaefer

