Rock Hard Festival

Gelsenkirchen, Amphitheater, 22.-24.05.2026


An diesem Freitag vor Pfingsten wird für alle Besucher um 14:30 Uhr offiziell das Festival eingeläutet. Die erste von dreiundzwanzig Bands steigt auf die Bretter, und zwar nicht, wie es hier einmal Tradition geworden war, mit Thrash Metal. Nein, denn in diesem Jahr gibt es für den Festivalstart mal eine neue Idee, nämlich einen Bandkontest. Der Vierer von Majak aus Neumünster bringt über dreißig Minuten leicht Angeblacktes, angenehm rockiges Zeug. Mit uncleanen Shouts wird das leicht kauzig, bleibt aber sonst lieblich und macht einen guten Eindruck. Aber wir alle wissen, dass man aus einem Rickenbacker mehr rausholen kann, sagt der Typ mit dem Shirt von Darkness neben mir. Mal sehen wie das auf dem Der Detze Rockt Festival wird, denn dort treten sie ebenfalls auf. (Joxe Schaefer)


Was das Festival hier unter dem Banner „New Kids In The Pott“ in Korporation mit Radio Bob, der Wacken Foundation und Metal.de als Kontest auf die Beine gestellt hat, geht nun in die zweite Runde. Die nicht mehr ganz unbekannten Maamuut spielen auf, welche bereits allein schon wegen des Coverartworks ihres Albums „W.A.R.“ für Aufmerksamkeit sorgten, weil darauf die namensgebenden Urzeitviehcher für unfriedliche Stimmung sorgen. Der Dreier startet mit Frickelsolo und schaltet dann runter auf relaxt, aber fett mit Durchschlagsgroove. Riff und Groove sind auch weiterhin Trumpf, und wir sind uns sicher, dass es nicht nur deswegen voll vor der Stage ist, weil dort das Dach Schatten spendet. Jedoch auf die Frage, warum die ganze Zeit der strichgemessenen dreißig Minuten noch eine mehr oder weniger unbeteiligte Person links am Bühnenrand an einem Tisch sitzt und Bier konsumiert, konnte niemand so richtig eine Antwort finden. (Joxe Schaefer)


Für die dritte und letzte Band dieses Kontests gehen Melodic Deather an den Start. Und was sollen wir vorab sagen, außer, dass uns Bands mit mehr als zwei Wörtern im Namen suspekt sind? Die auf Growls und Klargesänge setzenden Prophets Of The Rising Dead ist eine Band, die nicht nur auf mehr Wörter setzt, sondern mit Lust auch auf mehr Strings, wie einem Fünfsaiter Bass. Auch sie zeigen sich nicht ganz unmodern, wechseln mal die Gitarren und greifen dabei sogar auf die Dienste einer Telecaster zurück, ein ziemlich ungewöhnliches und seltener verwendetes Instrument für diese Spielart. Auch nicht einmal, sondern mehrfach bedanken sich in nicht zu kurzen Ansagen, hier auf der großen Bühne stehen zu dürfen. Die aufkommende Frage, warum gleich drei relativ unbekannte Bands des Festival eröffnet haben, ist nun nach Beendigung des Bandkontests ausreichend beantwortet. Jetzt warten wir einmal ab, wie die Stimmzettel ausgefüllt werden, die hierfür bei der Bändchenausgabe verteilt wurden. (Joxe Schaefer)


Die dänischen Jungspunde Nakkeknaekker -oh sorry, Neckbreakker natürlich- kommen mit Energie und ordentlich Death Metal im Gepäck auf die Bühne. Die Riffs sind kernig und sorgen für etliche, kreisende Matten, was bei Songs wie „Shakled To A Corpse“ oder „Horizon Of Spikes“ kein Wunder ist. Frontmann Christoffer Kofoed kreischbrüllt sich durch die Songs und animiert das Publikum immer wieder zu Circle Pits, was aber nur bedingt klappt. Man gewinnt den Eindruck, der Flummi wolle selbst lieber in den ersten Reihen mitmischen. Die Band sieht noch so erfrischend jugendlich aus, dass man durchaus hoffen darf, das es doch noch ambitionierten Nachwuchs im (Death) Metal gibt. (Torsten Richter)


Nach dem modernen, aber dennoch guten Geballer von Neckbreakker, geht es mit Angel Witch fast fünfzig Jahre zurück in die Vergangenheit, als es den Begriff „Old School“ noch gar nicht gab. Aber Angel Witch können locker mit den jungen Wilden, die bisher gespielt haben, mithalten. Der Vierer um Kevin Heybourne hat ab dem ersten Ton alte und junge Metaller im Bann und liefert einen super Auftritt ab. Wir sind mittig auf den Rängen und werden mit phänomenalem Sound beschallt. Die Songs gehen wie gewohnt bei Angel Witch gut nach vorne und es ist schön zu sehen und zu hören, dass nicht nur der namensgebende Song mitgegrölt wird, auch wenn der Chor im Publikum dabei natürlich am lautesten ist. (Matze Fittkau)


Wer die Prog Thrash Legende Coroner auf der Tour im Winter mit Messiah gesehen hat, geht mit massiver Vorfreude ins glühende Amphitheater. Obwohl der Verfasser dieser Zeilen Bands mit Keyboards, vor allem Thrash Bands mit Keyboards / Samplern eher skeptisch gegenübersteht, so gehören die Schweizer zu den Ausnahmen, die das dürfen. Wie gut der düstere Sound bei dem Sonnenschein funktionieren wird, müssen wir abwarten. Sicher ist, dass wir kein zwanzig Jahre altes Material hören werden. Es wird entweder 35 Jahre altes, oder brandneues Material geben. „No Fun“ knallt aus der französischen PA, die zum ersten Mal an diesem Tag zeigt, dass sie doch drücken kann. Der Titel passt übrigens so gar nicht; Spaß machen die Züricher von Anfang an gewaltig. Auch so technische Musik kann schön aus der Hüfte kommen. Nein, es ist keine wilde Bühnenshow, bewegt wird sich nicht viel, man steht und genießt die musikalische Leerstunde, die an Präzision heute nur noch einen ersten Konkurrenten bekommen sollte. Ron Royce macht nicht so viele Ansagen (was bei Schweizern nicht unbedingt verkehrt ist, da solche bei den Eidgenossen immer länger dauern….), grinst dafür wie ein Honigkuchenpferd. Wenn er welche macht, sind diese ehrlich und spontan. So wird „Grin“ der Ruhrpott / Merchandise–Legende Stoney gewidmet, kurz bevor man eine Tour für November ankündigt. Da man nicht nur über Stoney mit Kreator verbandelt war, hat man auch einen Song mit dem Titel „Renewal“ geschrieben, wobei ich die Schweizer Variante die der Essener vorziehe. Es wird eine Zugabe nach der zu kurzen Stunde herausgeklatscht, die mit „Die By My Hand“ ins Halbrund gefeuert wird. Warum Rob zur Verabschiedung nun allen viel Spaß mit Amon Amarth statt mit Armored Saint wünscht, wird wohl ein ewiges Rätsel bleiben. (Jens Wäling)


Den eingangs beschriebenen Bandkontest haben übrigens The Prophets Of The Rising Dead für sich entschieden. Der Oldschoolbereich des heutigen Tages wurde bereits eingeläutet und ging spätestens mit Angel Witch los. Aber jetzt freuen sich alle auf die fünf Kumpels von Armored Saint, und das zu Recht! Die letzten Male, als wir sie hier in unseren Breiten zu Gast waren, haben sie amtliche Gigs gespielt und so einige Freunde dazugewonnen. Das wollen auch die Besucher erfahren haben, die am Vortag im Cafe Nord zu Gast waren, wo sie zur Signing Session ihres neuen Albums „Emotion Factory Reset“ auftauchten. Und von diesem Album, man darf es als ein sehr gutes einordnen, beginnen sie mit dem Opener „Close To The Bone“ und, schon recht früh im Set, ihr Anthem „March Of The Saint“, das wir eher als Zugabe erwartet haben. Grandioser Doppelschlag, der ein erstes Ausrufezeichen setzt. Nach „Human Vulture“ erklärt John Bush, sie würden nicht oldschool spielen, sondern sie seien ‚old‘. Auch eine Art, sich „Armored Saint“-Rufe zusätzlich zu erkämpfen, aber das sichere „Last Train Home“ wird eh ordentlich mitgesungen. Mit einem ganz kurzen Drumsolo steigen sie in „Win Hands Down“ ein und schießen das neue „Hit A Moonshot“ nach. Nicht gerechnet haben wir mit „Creepy Feelings“, einem unserer Favoriten der Band. Hier liegt ein Lead mal kurz daneben, aber egal, denn die Stimmung passt einfach. Der Mob im Halbrund saugt alles auf, bei Knallern wie „The Aftermarh“ und „Left Hook In Right Field“ kann man auch einfach nicht anders. Wir sind schon jetzt geneigt zu sagen, wir sehen gerade die Band des Festivals, ohne noch die Unbedingten „Can You Deliver“ und „Reign Of Fire“, Letzteres mit einer Klasseeinführung, bekommen zu haben. Das alte „Mad House“ (nicht der Song von Anthrax, wo John und Joey mal spielten) vom ersten Albnum macht den Deckel drauf. Nach diesem Auftritt liegt für die Bands der nächsten beiden Tage die Messlatte sehr hoch! (Joxe Schaefer)


Tag 2, Samstag, 23.05.2026: The Great Sea, Wytch Hazel, Ambush, Hirax, Hällas, Slime, Dark Tranquillity, Paradise Lost.

An der Frage, ob Black Metal um 12:00 Uhr mittags funktioniert und eine Entsprechende Atmosphäre vermitteln kann, scheiden sich die Geister. The Great Sea starten in der Mittagshitze mit einem Intro aus Meeresrauschen, stillstehend und leicht eingenebelt auf der Bühne. Wer die Köpfe hinter diesem Projekt kennt, hat eine ungefähre Vorstellung von dem, was aufs Publikum zukommt. Es gibt rasende Parts ähnlich einer Sturmflut, die massiv über einen hereinbricht, gepaart mit schleppenden Passagen, die einen wie die Gezeiten aufs offene Meer in den Untergang ziehen und epische Parts, die sich wie der Blick von der Deichspitze raus aufs offene Meer anfühlen. Einige Parts der Songs erinnern an andere Bands, die sich dem extremeren Metal sowie maritimen Themen verschrieben haben, ohne sie einfach stumpf zu kopieren. Die Songs werden durch dezente Keys vom Band erweitert und die Ansagen von Hacky sind charakterisiert von Understatement. Er will mehr Nebel auf der Bühne, weil er sich beobachtet fühlt und weist darauf hin, dass die Jungs und die Band sonst selber lieber in Ruhe gelassen werden wollen. Schwierig, bei einer so geilen Platte und ansprechender Liveumsetzung… (Matze Fittkau)


Noch im April haben die Engländer Wytch Hazel zusammen mit Phantom Spell (gerne 2027 hier aufs Billing setzen) im April fast das Turock in Essen während der Woche ausverkauft, so gehen die fünf Christen heute mit ihren schicken, weißen Gewändern als zweite Band auf die Bühne. Musikalisch klingen sie wie eine Mischung aus Thin Lizzy und frühen Iron Maiden, textlich geht es um Geschichte(n), Glaube, Liebe, Hoffnung, Tod. Und optisch reicht ein Blick aus, um sich zumindest ein Lächeln nicht zu verkneifen. Die Setlist ist nicht ganz so ausgeglichen wie in Essen, es fehlen das Debüt und das vierte und gleichzeitig vorletzte Album gänzlich. Aber wer Songs wie „The Citadel“ oder „Spirit And Fire“ schreibt, dem seien solch kleine Fauxpas verziehen. (Martin Hil).


Nach einem Intro vom Band, nachdem sie im Soundcheck schon „Aiming High“ von Accept und „Heading Out The Highway“ von Judas Priest angespielt haben, starten Ambush in brütender Hitze fast einheitlich gekleidet und mit cremefarbenen Flying V in „Evil In All Dimensions“ vom aktuellen Album in ihren Set. Sofort geht die Menge vor der Bühne zum priestmäßigen Metal steil. Es geht direkt mit „Maskirovka“ etwas melodischer weiter,  bevor es zum ersten Mal nach „Possessed By Evil“ zurück zum Debüt geht. Es folgt eine klare politische Ansage gegen den Diktator im Osten, bevor „Heading East“ die Frisuren auf links bügelt. Ambush kommen an diesem Nachmittag bestens an, in den hinteren Reihen der Stehplätze finden Luftgitarrenduelle statt, „Ambush, Ambush“-Rufe sind zwischen den Songs zu hören und der Applaus ist den Schweden eh sicher. Die Setlist bietet gerade in der zweiten Hälfte nur noch Super-Hits wie sie in den Achtzigern nicht besser hätten geschrieben werden können. Natürlich vergeht die Zeit viel zu schnell und wir müssen uns schon den Closer „Don´t Shoot, (Let ´em Burn)“ um die Ohren feuern lassen. Wir haben mal mitgezählt, die Frontleute haben sich insgesamt fünfmal vor den Drums getroffen, um in einer Reihe synchron mit der Hüfte zu wackeln, in „Natural Born Killers“ gleich zweimal. Das übliche Synchrongepose haben wir gar nicht mitgezählt.  (Martin Hil, Joxe Schaefer)


Nach dem sehr atmosphärischen und melodischen Tagesbeginn erwische ich mich bei dem Gedanken „Endlich Metal!“ Es gibt ein Backdrop mit dem Bandlogo, statt Altaren ist das Drumkit mit Ketten behangen und auf den Marshall Verstärkern stehen Totenköpfe (gut, auch ein Plüsch – Löwe und eine Quitsche-Ente, aber wenn es im Rider steht, dann muss man da durch….) Andy Brings macht die Ansage zu der Bay Area Legende, bei der er erzählt, dass er sich das „Raging Violence“ Debüt damals für 31 DM gekauft hat, was vier Monaten Taschengeld entsprochen hat. 7,75 DM Taschengeld im Monat ist irgendwie ein komischer Betrag, aber er wird es schon wissen, er war ja dabei. Die vierköpfige Bande um Katon Del A Pegna (Respekt für das Wendy O Williams Shirt!) beginnt den Set furios mit „Hellion Rising“ und Hirax spielt so, als müsste sie erst einmal den Staub der ersten drei Bands aus der Anlage prügeln. Es ist laut, es ist hart, es ist schnell. So und nicht anders muss Thrash Metal. Wem das zu viel ist, der sollte sich vielleicht mal überlegen, ob er wirklich weiß, was er da anzieht, wenn er eine Kutte trägt. An diese rohe Energie sollte an dem Tag keine Band mehr ran kommen. Bei seinen Runden über die Bühne kommt Katon irgendwann an der Uhr vorbei und stellt fest, dass sie nur noch 20 Minuten Spielzeit haben. Was kann man da tun, wenn man alle Stücke schaffen möchte? Richtig, man spielt einfach schneller. Ich beginne mich zu fragen, ob Napalm Death nach einer Hirax Show in den Achtzigern angefangen haben, den Grindcore zu erfinden, in diesen Geschwindigkeitsklassen sind wir mittlerweile unterwegs. „Faster Than Death“ ist nicht nur ein Songtitel, es ist hier Programm. Weil diese Band dem Motto treu bleibt, wird auch gleich ein neuer Song präsentiert. Mit der Rente hat Hirax in dieser Form noch lange nichts zu tun. Da an diesem Tag noch andere Bands spielen sollen (warum eigentlich?) geht es mit der ‚Ballade‘ „El Diablo Negro“ auf das Ende zu. Einer fehlt noch: „Bombs Of Death“. Dabei darf auch Andy Brings, der grinst wie sonst etwas, an der Gastgitarre ran. Das letzte Mal, dass er so schnell spielen musste, war wohl zu seeligen „Tapping The Vein“ Zeiten. Gut, dass er geübt hat, sonst hätte er dieses Hochgeschwindigkeitsfeuerwerk nicht geschafft. (Jens Wäling)


Bei Hällas ist im Vorfeld die Frage, ob sie ihren aktuellen Platten-Opener auch auf einer Festivalshow als erstes spielen und somit fast die Hälfte ihre Spielzeit verfeuern. Nach den ersten Tönen von „Repentance“ ist dies klar und das Publikum darf sich somit auf umso mehr Adventure-Rock-Hits freuen. Die gibt es mit dem tanzbarem „Face Of An Angel“ und der ersten Single ihres aktuellem Albums „Panorama“ natürlich zu genüge. Vom Publikum ordentlich abgefeiert werden am meisten die drei Songs ihres Album „Conondrum“ und natürlich ihren Überhit „Star Rider“. Wäre dieser Song Ende der 70er von einer halbwegs bekannten Band rausgekommen, er würde heute noch auf WDR 4 laufen. Sicherlich kommen Hällas im Club noch besser rüber, aber welche Band tut dies nicht? (Martin Hil)


Können Slime mit ihrem neuen Sänger überhaupt noch Punk? „Nö…“ nörgeln die Einen, „das ist ja viel zu soft und gar nicht mehr räudig genug“. „Scheißegal, es ist trotzdem super“ rufen die Anderen. Und ganz ehrlich, die Songs ihres aktuellen Albums sind wirklich fast alle top. Es ist kein Straßenköterpunk mehr, aber das Publikum frisst Slime aus der Hand. Pogo, Crowdsurfer, glückliche Gesichter, watt willste mehr? Ob nun „Sie wollen wieder schießen (dürfen)“, „Alptraum“ oder der Klassiker „Schweineherbst“ – die Stimmung kocht. Hinzu kommen noch vier der fünfzehn gespielten Songs vom legendären „Alle Gegen Alle“ 80er-Kultalbum. Dass die Band natürlich eine deutliche Haltung gegen den AfD-Rotz hat, muss sie zwar niemandem beweisen, aber gerade auf einer weniger politischen Veranstaltung wie dem Rock Hard Festival ist klare Kante wichtig. (Martin Hil)


Mit Dark Tranquillity entern eine der wichtigsten Vertreter des klassischen Göteborg Melodic Death Metal die Bretter. Der Sound ist gut, die Band zeigt sich gewohnt spielfreudig und agil, und Charmebolzen Mikael Stanne strahlt mit dem Lorenz um die Wette. Angesichts der hochsommerlichen Temperaturen bin ich im Schweiße meines Angesichts ziemlich verwundert, dass der Frontmann mit seiner Jeansjacke in der prallen Sonne keinen Hitzschlag erleidet, aber offensichtlich sind Skandinavier da resistenter als ich dachte. Als Opener gibt es „The Wonders At Your Feet“ vom 2000er „Haven“-Album, und die Schweden nehmen das Publikum mit auf eine Reise quer durch ihr Schaffen. Die Setlist reicht vom 95er-Klassiker „The Gallery“, der mit zwei Stücken bedacht wird, bis zum aktuellen Album. Da Dark Tranquillity sich im Gegensatz zu ihren Brüdern im Geiste In Flames sich nie zu weit von ihrem ureigenen Stil entfernt haben, bleibt immer ein roter Faden, ohne dass dabei die Abwechslung zu kurz kommt. Nach vierzehn Songs ist dann Schluss, und die Schweden werden für ihren starken Auftritt gebührend gefeiert. (Felix Schallenkamp)


Die britischen Gothic (Death) Metal Pioniere Paradise Lost sind seit langer Zeit leider ein zweischneidiges Schwert. Während nach der subjektiv betrachteten, eher schwachen Wave-Phase auf den Alben seit einiger Zeit wieder alles super ist, waren Paradise Lost live für mich schon lange immer irgendwo zwischen „na ja“ und Totalausfall, was in erster Linie an der Performance von Sänger Nick Holmes gelegen hat, der auf der Bühne leider immer wieder wie eine Schlaftablette agiert und auffällig schwach bei Stimme ist. Dennoch gehe ich so unvoreingenommen an die Sache, wie es irgendwie geht. Los geht’s mit dem großartigen Opener „Serpent On The Cross“. Leider ist der Sound im Bereich vor der Bühne schwierig. Die Bassdrums sind zu laut, und die Gitarren können sich nur schwer gegen das Bass-Gewummer durchsetzen. Trotzdem hab ich die Band schon deutlich schwächer gesehen. Nick Holmes zeigt sich für seine Verhältnisse agil und ist über weite Strecken auch gesanglich okay, wenn auch etwas zu sehr im Hintergrund. Durch die Genialität des Songs bin ich unterm Strich aber zufrieden. Es folgen „Tragic Idol“, und danach „Embers Fire“ und „Gothic“. Bei diesen Göttergaben läuft mir dann doch ein wohliger Schauer über den Rücken und ich bin positiv überrascht. „The Last Time“ vom „Draconian Times“ Album kommt ebenfalls super rüber, und auch das tieftraurige „Faith Divides Us – Death Unites Us“ lässt kaum Wünsche offen. Mit „As I Die“ kommt dann wieder einer der ganz großen Klassiker, den sie leider verkacken… Die Gitarren beschränken sich auf grooviges Geriffe und lassen die erhabenen Melodiebögen des Songs außen vor. Da ich ohnehin schon recht erschöpft bin entschließe ich mich, meinen Standort vom Bereich vor der Bühne auf die höher gelegenen Ränge zu verlegen und stelle dabei fest, dass der Sound hier um einiges besser und ausgewogener rüberkommt. „Pity The Sadness“ lässt mein Herz als Fan der ersten Stunde noch einmal höher schlagen. Danach folgt ein Mix aus aktuellem Material und ein wenig aus der Mittelphase der Band. Unterm Strich haben Paradise Lost einen soliden Headliner-Gig mit Höhen und Tiefen abgeliefert, die Erhabenheit ihrer großen Alben werden sie aber wohl nie auf die Bühne kriegen. (Felix Schallenkamp)


Tag 3, Sonntag, 24.05.2026: Smorrah, The Neptune Power Federation, Nailed To Obscurity, Gus G. und Ronnie Romero, Lucifer, Uli Jon Roth, Mickey Dee, Saxon.

Glück Auf für den letzten Festival Tag. Dieser Tag startet endlich wie es sich für einen anständigen Rock Hard Festival Tag gehört, mit einer Thrash Band. Die Ückendorfer Smorrah eröffnen bei Kaiserwetter den Tanz. Weil jede Gelsenkirchener Band, die auf dem Rock Hard spielt, einen Tom auf der Bühne haben muss, wird das Abrisskommando vom so benannten Darkness Drumtech bei Aufbau und Bühnen – Bier Versorgung unterstützt. Front–Sau Marius begrüßt das leider noch viel zu leere Amphitheater (ja, der DJ im Partyzelt war gut, ja, es war spät gestern, aber der DJ war auch schon mit vorn….) mit einem „Habt ihr Bock? – Dann erstmal ne Granate“ und prostet dem Halbrund zu. Da Band–Mitbegründer und Ex–Basser Kraje im Publikum steht, wird der erste Pit fast noch vor dem ersten Ton des Openers „Hope Dies Last“ von diesem gestartet. Dieser Pit sollte sich auch bis zum Ende der Show durchziehen, auch gerade, weil Marius die Meute in bester PaulcBalloff-Manier weiter anfeuert. Die Songauswahl liegt heute eher auf den schnellen Stücken. Hier spielen gerade einfach Fans des Festivals auf dem Festival, das sie seit der ersten Ausgabe, wahrscheinlich damals noch mit dem Fahrrad und einem Rucksack voll Dosenbier, besucht haben. Die Matte bei Gitarrenhexer Pumper wird irgendwie von Gig zu Gig länger und er lässt sie bei schnellen Nummern wie Dead Snake Eyes kreisen. Neben Pumper und Marius bedient seit einiger Zeit Speesy (Ex Kreator) den Viersaiter. Mit Drummer Rapha an der Schießbude muss er sich auch nicht von dem Niveau eines Ventor umgewöhnen. Ich habe selten auf dem RHF eine Band gesehen, die sich so ehrlich freut, auf dem Festival spielen zu dürfen. Eben jener Wahnsinnsdrummer nutzt die Bierpause zwischen zwei Songs, um sein Shirt gegen das originale blau-weiße Saxon–Trikot zu tauschen, die die allererste Ausgabe des Festivals abgeschlossen haben und für die die Jungs die Bühne doch noch ein bisschen stehen lassen müssen. Die härteste Band des Tages beendet mitc„Welcome To Your Nightmare“ einen großartigen Set und ich bin mir sicher, dass man mit allen heute noch zwei bis zwölfmal anstoßen wird. (Jens Wäling)


Okay, kommen wir nun für die nächsten vierzig Minuten zu einer skurrilen Paradiesvogelband, die man gar nicht so treffsicher einordnen kann, und vielleicht auch gar nicht will. Wahrscheinlich weil die Entdeckungsgeschichte dieser Band aus Down Under schon ziemlich ungewöhnlich klingt, kann ihr Liedgut und ihre Performance das je nach Geschmack noch toppen. Eine sehr lange Ansage dazu auch. Die Sängerin trägt so etwas wie eine Mischung eines Luftballontiers und Kronleuchter auf ihrem Kopf und unternimmt erst einmal einen kompletten Marsch durch den Fotograben, bevor sie auf der Stage ankommt und ein Effektgerät für ihre Vocals am Mikrofonständer nutzt. Der Fünfer von The Neptune Power Federation spielt seine Mucke auf jeden Fall tight, nicht zu seicht und nicht uncool. Das kommt auch knackig mit dem angezerrten Bass. Doch mit der grellen und angeschrägten Singstimme kommt man klar, oder eben nicht so. Dass die Mucke auch echten Metal kann, beweist „Metal Health“ von Quiet Riot als abschließenden Song, wozu ihr Gesang auch nicht viel gerader wird. (Joxe Schaefer)


Okay, jetzt wird es wieder etwas heftiger im Halbrund am Kanal. Mit Nailed To Obscurity aus Niedersachsen, die inzwischen bereits fünf Alben raus haben und daher keine Newcomer mehr sind, bekommen wir aber erstmal ein langes Synthieintro, dann aber eine coole Performance mit einem selbstbewussten Frontmann. Der weiß sich zu verkaufen, mit knusprigen Growls und mit zackigen Bewegungen. Die aufgestellten und sehr steril wirkenden Led-Lichtsäulen passen optisch zum nu-school Zeug des Fünfers, welches auch noch so einige Tempowechsel beinhaltet, während die Gitarren auch Disharmonien mögen. Wem das alles eine Spur zu modern erscheint, fängt schon mal an sich zu freuen, denn der Folgeauftritt darf klassischer klingend erwartet werden. (Joxe Schaefer)


Den Gitarristen kennen wir vor allem von Firewind und Ozzy, den Sänger unter anderem von Rainbow und Michael Schenker. Für so fette Namen treten die nächsten Protagonisten recht früh im Programm auf, können aber ein leichteres Soundbild nach der Band zuvor aufstellen. Obwohl Ronnie auf dem neuen Gus G Album grad nur zwei Songs singt, „Frenemy“ und „My Premonition“, die beide auch hier mittig des Sets performt werden, firmieren sie nun unter dem Banner Gus G. & Ronnie Romero und packen so einige Schwergewichte auf die Setlist. Das wären das Cover von Deep Purples „Highway Star“, von Ronnie James Dio bei Black Sabbath in Form von „The Mob Rules“ und bei Rainbow in Form von „Kill The King“ (ohne Synthies, aber mit Gesten wie Dio). Schließlich folgen auch noch Ozzy Osbourne’s „Bark At The Moon“ und „War Pigs“ von Black Sabbath, wozu Ronnie Ozzy-Rufe anstiftet. Soweit exzellente Wahl übrigens. Etwas von Schenker wäre noch schön gewesen, denn ein Track von Ufo hätte hier super gepasst. Das war sicher noch die preisgünstigste Livelösung für solche Songs, die einfach gut gezündet haben. (Joxe Schaefer)


Wir sind nicht die einzigen, die sich noch gerne an die Doomband The Oath erinnern, die sich leider trennten. Gitarristin Linnea Olsson tauchte danach bei Beastmilk auf und trat hier auf dem Rock Hard Festival 2024 mit Maggot Heart an, und nun heißt es Manege frei für Johanna Sadonis, die mit Nicke Andersson von den Hellacopters, (und Death Breath und Entombed) verheiratet ist, jetzt Platow heißt und mit ihrer Band Lucifer hierher eingeladen wurde. Die Band hat bereits fünf Alben veröffentlicht, simpel mit fortlaufenden römischen Ziffern benannt, und groovt doomig los. Die blasse Johanna performt in Schwarz mit Umhang, und singt ihre Parts eindringlich. Die nach dem Gehörnten Benannten kommen in Teilen an The Oath heran, überzeugen aber nicht alle Anwesenden hier im Amphi. Das Mystische bis Okkulte in ihrer Stimmung entfaltet sich beim hellen Tageslicht hier leider weniger. (Joxe Schaefer)


Ähnlich wie bei zwei Bands zuvor, dürfen wir nun wieder bekannte Songs erwarten. Uli Jon Roth war Gitarrist bei den Scorpions bis 1978, und aus der Zeit wird die Songauswahl jetzt auch sein. Angekündigt ist ein „Virgin Killer“ Set, ein großartiges Album, das er damals mit seiner alten Band rausgetan hat. Weil wir ihn in jüngerer Vergangenheit des Öfteren live gesehen haben, wie er Songs von damals präsentiert hat, wissen wir, das wird auch heute wieder cool. Schon durch Ulis Ansage, dass hoffentlich vorbeifahrende Schiffe nicht in der falschen Tonlage hupen, bekommt er noch weitere Fans auf seiner Seite. Da stört es auch niemanden mehr, dass nicht die komplette Tracklist des Albums dargebracht werden soll. De Fakto fehlen „Crying Days“ von Schenker-Meine und seine Ballade „Yellow Raven“, die auch nur ein Klaus Meine damals so hauchen konnte. Wer die jeweiligen Songcredits besitzt, Schenker-Meine oder Uli selbst, scheint dem Gitarristen einerlei, da gibt es wohl gar keine Streitigkeiten mehr. Dafür wird die Setlist aber mit „Sun In My Hand“ und dem für Uli unverzichtbar gewordenen „In Trance“ angereichert, einem weiteren Schenker-Meine Song. Die Abfolge der Songs liest sich mit „Pictured Life“, „Catch Your Train“, „Backstage Queen“ und dem etwas entbrutalisiertem „Virgin Killer“ schon mal grandios. Während Uli sein „Hell-Cat“ natürlich selber singt, möchten wir noch anmerken, dass sein Gitarrist die Klaus Meine Tonlagen schon sehr gut und sehr ähnlich meistert. Die Band tritt plus einer Backsängerin und einem Keyboarder an, der mehr spielt, als die Originale hergeben und einen nicht zu kleinen Teil des gesamten Bandsounds ausmachen. Die Ballade „In Your Park“ wurde gemäß Uli noch nie live gespielt, und die vom 1977 nachfolgendem „Taken By Force“ Album stammende Eskalationsballade „We’ll Burn The Sky“ bekommt ein eigenes Ende verpasst, denn das Original besitzt ja ein Fade-out. Um die Spielzeit von etwas über einer Stunde zu füllen, werden noch zwei weitere Klassiker zum Besten gegeben. Zunächst eine sphärische Version des für Uli inzwischen unverzichtbaren „In Trance“, und dann wieder den Bob Dylan Song „All Along The Watchtower“, den die meisten von Jimi Hendrix kennen. Dass der Amp von Uli dabei zunächst tot war, verbucht die Menge unter Nebensächlichkeiten und wir finden es sehr geil, dass stattdessen immer wieder Uli-Rufe ertönen. (Joxe Schaefer)


Als Co-Headliner gibt sich das letzte lebende Mitglied von Motörhead die Ehre und man ist gespannt, was sich hinter Mickey Dee & Friends so verbergen wird. Neben dem Dienst bei einer der wohl einflussreichsten Bands überhaupt, hat der beste Schlagzeuger der Welt u.a. ja noch King Diamond und die Scorpions in der Vita stehen. Auf Grund der fast obszönen Anzahl an Marshall-Türmen auf der Bühne konnte man noch kurz auf einen breiteren Querschnitt hoffen, als allerdings jemand das Rickenbacker Lemmy Signature Modell (derzeitiger Handelspreis ca. 18.000€) auf die Bühne trägt und dieser Mann auch bei der Bartmode die gleiche „Signature“ Variante aufweist, lässt es eine reine Motörhead Retroshow erwarten. Mickey sagt es schon als Coverband an und bei mir kommt direkt das Gefühl hoch, dass das nun schwierig werden wird, da eben Basser und Gitarrist einfach nicht die richtigen sein können. Vielleicht können die beiden Saiteninstrumentalisten wenigstens etwas. Der Set startet mit „Love Me Like A Reptile“ und der Basser / Sänger hat leider in etwa so viel Energie in der Stimme, wie eben ein solches, wenn man es einen Tag in eine Kühlbox sperren würde. Wenn bei einer echten Motörhead-Show „Iron Fist“ als zweites Stück gespielt wurde, gab‘s ab dann kein Halten mehr, hier wird erst mal das Intro vom Basser versaut. Da die Gitarre das Folgende „The Chase Is Better Than The Catch“ anfängt, konnte das zumindest nicht zweimal in Folge passieren. Für mich wird diese Show weniger zu einem Nostalgietripp, sondern wirkt wie Leichenschändung. Dass manche im Amphitheater das auch noch feiern, sagt für mich mehr über den Zustand der Metalszene aus, als mir gerade lieb ist. An vierter Stelle kommt mit „Killers“ das erste Stück des Sets, an dem zumindest eine auf der Bühne anwesende Person auch mitgeschrieben und es eingespielt hat. „Shoot You In The Back“ klingt in dieser Version eher nach Top 40 Cover-Rock und bei allen Motörhead-Legenden wird mir gerade richtig bewusst, dass Lemmys Stimme es war, die diese Wand aus Druck und Lärm zu Musik machte. Die fehlt nur eben. Einen „Snaggeltooth“ gibt es auf der Bühne nicht zu sehen, das dafür gespielte, gleichnamige Stück gewinnt zumindest einen Originalitätspunkt. Das hörte man nicht oft. Die angenehmen Momente dieses Sets sind Mickeys Ansagen, in denen er Geschichten aus den ca. 5000 Shows, die er mit Motörhead gespielt hat, zum Besten gibt. Das folgende „In The Name Of Tragedy“ und der komplette Set werden dem im Frühjahr verstorbenen Kampfgefährten Phil Campbell gewidmet. Die Drums klingen bei der Nummer wie eh und je, aber es fehlt der Groove. Immer, wenn Lemmy auf einer Motörhead Show einen Song vom „Another Perfect Day“ Album angesagt hat, kam in der Ansage vor, dass bei Erscheinung das Album niemand mochte. Als Mensch mit 1982er Baujahr kann ich das nicht so ganz gut beurteilen, aber wenn dem so war, warum muss dann auch diese Platte, bzw. „I Got Mine“ noch mal gefleddert werden? Von den technischen Fähigkeiten eines Brian Robertson ist der Gitarrist noch weiter weg wie von denen eines Eddie Clark, Phil Campell oder Michael Burston. „Orgasmatron“, thematisch leider mal wieder aktueller als es sein sollte, war früher eine Lehrstunde, wie man mit wenigen Mitteln eine düstere, bedrückende Atmosphäre erzeugen kann. Hier kommt es einfach nicht rüber. Mickey erzählt die Geschichte des Videos zu „Sacrifice“: eigentlich sollte es in einem Bomber der Airforce über Texas gedreht werden, aber da das Gelände dann doch Sperrgebiet wurde, blieb nur ein normales Filmset für das, was man heute kennt. Das von mir in dem Stück erwartete Drumsolo gab es hier nur in der kurzen „Videoversion“. „Born To Raise Hell“ kommt auch noch dran, gesungen vom Gitarristen. Dieser klingt ähnlich dünn wie der Basser, aber wenigstens bleibt einem Doro Pesch als Gastsängerin erspart. Mit „Shine“ gibt es noch einmal einen Bonuspunkt für den Seltensheitwert, bevor „Killed By Death“ das gewohnte Ende einläutet. Hier kommen diverse Crowdsurfer geflogen, was ich einfach nicht verstehen kann. Radio Bob macht es möglich…. Die nächsten beiden Stücke sind klar: es fehlen noch „Ace Of Spades“ (die Liste der besser gespielten Cover Versionen dieses Stückes würde hier den Rahmen sprengen) und „Overkill“. Zu Letzterem kann man es kurz sagen: die Drums stimmen wie eh und je, der Rest heute nicht. (Jens Wäling)


Saxon übernehmen bereits zum vierten Mal die Rolle des Sonntags-Headliners, und von mir aus können sie das jedes Jahr machen. Schon im Vorfeld habe ich prognostiziert: Auf dem Rock Hard Festival wird es wie in einem Tolkien-Roman – egal, was alles passiert, und welche Täler man durchschreiten muss, am Ende kommen die Adler, und alles wird gut! Und genau so war es! Der mittlerweile 75jährige Biff Byford und seine Mannen betreten die Bühne und zeigen, was eine lebende Legende ist. Der Sound ist von der ersten Sekunde an perfekt, und Biff ist gesanglich immer noch so gut bei Stimme, als gäbe es so etwas wie Verschleiß überhaupt nicht. Natürlich ist sein Bewegungsradius überschaubar, aber er ist einfach einer dieser faszinierenden Frontmänner, die über derart viel Charisma und Aura verfügen, dass man sich nicht entziehen kann. Als Opener gibt es den aktuellen Titelsong „Hell, Fire And Damnation“, und der Mob geht sofort voll mit. Die weitere Setlist besteht dann ausnahmslos nur noch als unsterblichen Klassikern. „Power And The Glory“, „Heavy Metal Thunder“, „Strong Arm Of The Law“ usw. lassen kein Auge trocken. Bei „Denim And Leather“ kommt Uli Jon Roth auf die Bühne und performt zusammen mit seinen britischen Kollegen. Das Publikum feiert die Band euphorisch, singt lautstark jeden Text mit und feiert eine unvergessliche Metal-Party. Ich kriege eine Gänsehaut nach der anderen und hab immer wieder Pippi inne Augen. Nach der Zugabe, bestehend aus „Crusader“ und „Princess Of The Night“ verbeugt sich die Band vor einem begeistert feiernden Publikum. Saxon haben einen der stärksten Gigs der gesamten Historie des Rock Hard Festivals abgeliefert und einmal mehr bewiesen, dass sie zu den besten Livebands unseres Planeten gehören. Ich hoffe, sie noch oft auf der Bühne sehen zu dürfen! DANKE! (Felix Schallenkamp)

Autoren: Jens Wäling, Felix Schallenkamp, Martin Hil, Torsten Richter, Matze Fittkau, Joxe Schaefer
Pics: Wolfgang Haupt