BITTERNESS – hallowed be the game

Achte drauf. Das scheppert sofort los wie aus dem Maschinengewehr, mit Becken wie wegfliegende Patronenhülsen. Der Opener mit dem knappen Titel „WWH8“ fegt durch die Gehörgänge und bleibt sitzen, da kann man sofort mitmachen. Der Dreier aus Waldshut-Tiengen will sich gar nicht erst in irgendwas verstricken, sondern nagelt jedem sein Zeug klar und direkt auf die Zwölf. Ein klein wenig bedächtiger geht es in „Amok : Koma“ zu, die Riffs bleiben aber noch immer fies und kräftig. Die Vocals sind unclean, aber auch dünner und nicht zu tief. Mit sofort nachvollziehbarer Stampfrhythmik rippt „Hypochristian“ selbstbewusst den Weg geradeaus, in dem die Vocals mal etwas cleaner werden. Sehr geil auch das Paniksolo im Speedhammer „High Sobriety“. Das Titelstück erkennt man an seinem einführenden Lead, kann man aber kurze Zeit später auch am Chorus festmachen. Darf auch als das wohl eingängigste Stück bezeichnet werden. Das muss dem Undergrounder nicht gleich aufstoßen, denn Härte und Durchschlagskraft sind noch uneingebüßt vorhanden, wenn der Mittelpart im punkigen Gangshout Mitgröler „Losing“ plötzlich etwas leiser wird. Das bereits achte Album der Einheit aus Baden-Württemberg knallt, hämmert und chrasht aus allen Nähten. Im Anschluss des im Mittelteil stimmungsvolle Synthietapeten beherbergenden Instrumentals „Magnum Innominandum“ ist das Wörtchen ‚punkig‘ ganz zum Schluss bei „Scream!“ auch genau das passende Stichwort, denn der Song ist im Original von den Misfits. Mit ganz cleanen Vocals diesmal. Passt irgendwie nicht so zum zuvor Gehörten, deutet aber darauf hin, wie flexibel die Süddeutschen sind. Also bleiben zum Schluss noch immer acht satte Punkte, sowie festzustellen, dass es sich hierbei um eine fantastische Scheibe handelt, vor der man sich besser zeitnah das Vinyl anschafft.

Wertung: 8/10
Autor: Joxe Schaefer

Label:G.U.C.
VÖ-Datum:06.02.2026
Running Time:43:41
Format:CD, Vinyl, Mp3

Erhältlich bei:
Idiots Records

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