WELCOME TO PLESHIWAR – apostasy

In der Vergangenheit haben wir ja schon oft die These unterstrichen, dass Bands mit Namen von mehr als zwei Wörtern oft suspekt sind. Und jetzt kümmern wir uns grad um so einen Fall, den von vier Marburgern Death Doomern, deren Namensgebung auch irgendwie noch weichgekocht klingt. Immerhin setzen sie auf uncleane Vocals und voluminösen wie raumfüllenden Sound. Dennoch, oder vielleicht auch gerade deswegen, sind sanftere Phasen großer Bestandteil auf ihrem ersten Album. Melodische Synthies schraffieren den Back von „Sisyphean Task (Le Mythe De sisyphe)“ aus, und überhaupt kommt der Anteil von Melodien nie zu knapp. Wie der Eröffner „Apostasy Part 1“ mit melodischen Akustikgeplänkel startet, lässt die Lärmwand glücklicherweise nicht lange auf sich warten. Das fließt alles locker vor sich hin und hat einige coole Passagen mit Ausrufezeichen. Doch auf einmal bricht zu „Praying Mantis“ ein Riff- und Doublebassgewitter herein, das im Gesamtkontext absolut positiv ins Gewicht fällt! Was eine coole Attacke eines mollbetonten Tracks.

Um zum Schluss noch einmal auf die anfangs angeführte These Bezug zu nehmen, von wegen suspekt und so, fällt ein abschließendes Urteil so hart nicht aus. Die Hessen können was und wissen, was sie wollen. Das Wechselspiel zwischen heftig und sanfter funktioniert in dieser Stilistik sehr gut und macht farbigere Bilder im Kopf. Dennoch wäre ein deutlicheres Bekenntnis zu noch mehr durchschlagender Härte oder sogar Dunkelheit nicht schlimm gewesen.

Wertung: 7/10
Autor: Joxe Schaefer